Starker Besuch beim traditionellen Krämermarkt in Mundelsheim am Pfingstmontag: „Ein Muss im Jahreslauf“ . Die Ortsmitte wird zur Basar-Gasse.
Nichts ging mehr zwischen dem Mundelsheimer Rathaus und dem Turm des Großbottwarer Tores am Ende der Hindenburgstraße. Bei schönstem Wetter schoben sich bereits zur Mittagszeit viele Besucher über den traditionellen Krämermarkt am Pfingstmontag, es gab an manchen Ständen kaum ein Durchkommen. Ein Ereignis, das nicht nur die Bürger der Gemeinde, sondern auch viele Interessierte von außerhalb anzog: Die geparkten Wagen auf der Zufahrtsstraße trugen nicht nur Ludwigsburger, sondern auch Heilbronner, Vaihinger oder sogar Esslinger Kennzeichen. Viele abgestellte Fahrräder verrieten, dass etliche Radler den Weg zu den rund 40 Ständen gefunden hatten.
Eine gute Tradition in Mundelsheim ist der Gottesdienst, den Pfarrer Christopher Reichert unter einem strahlend blauen Himmel auf dem Marktplatz vor dem Bürgerhaus feiern konnte. Zur musikalischen Umrahmung hatten sich die starken Bläser der Musikkapelle Mundelsheim und der evangelische Posaunenchor zusammengetan. Joachim Haug, Dirigent der Musikkapelle, sagte: „Zusammen sind wir heute 45.“
Gottesdienst zum Auftakt des Pfingstmarktes
Die Musiker stimmten zum Auftakt des Gottesdienstes zuerst „You raise me up“ an, dann mit den zahlreich versammelten Besuchern „O komm, du Geist der Wahrheit“. Über diesen Geist predigte Pfarrer Reichert. Er zeigte eine vertrocknete Wüstenpflanze vor, die, in eine Wasserschale gesetzt, auch nach Jahren noch wieder auflebt. So könne auch Gottes Geist die Menschen zum wahren Leben erwecken. Wichtig sei dabei, sich der Gaben, die von Gott geschenkt seien, bewusst zu werden. Kirchliches Engagement auch an zwei weiteren Ständen in der Gasse der vielen Angebote: Der CVJM veranstaltete eine Pflanzentombola – Rosen, Hortensien, auch Orchideen – zugunsten der Jugendarbeit. Und die Familie Cada bot fünf leckere Sorten Pizza an, der Erlös sollte der Erhaltung der Kilians- und der Nikolauskirche in Mundelsheim zugutekommen. Bei diesem Angebot bildete sich zur Mittagszeit schnell eine lange Schlange.
Einen großen Teil der Besucher verköstigte die Musikkapelle, die auf dem Marktplatz Bänke und Tische aufgestellt hatte. Andreas Link, der Vorstand, sah seine rund 70 Helfer für den Ansturm gut gerüstet. „Wir haben 500 Rote und 100 Feuerwürste,“ sagte er mit einem Schmunzeln. Der Verein rechnete mit rund 350 Portionen für die beliebten Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen – ein Erfahrungswert der vergangenen Jahre.
Große Vielfalt bei Marktständen
Die große Vielfalt der Stände verwandelte die Ortsmitte von Mundelsheim in eine Basar-Gasse. Reges Interesse fanden günstige Kleider, T-Shirts vor allem, Hüte, Taschen, Gürtel. Oder Spezialitäten wie Gouda-Käse in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Tiroler Schmankerl wie Speck und Bergkäse.
Auch Vereine machten auf sich aufmerksam: Allen voran die rührigen Mundelsheimer Landfrauen, bereits von morgens 8 Uhr im Einsatz, warben sie im 75. Jahr ihres Bestehens um neue Mitglieder. Die Bürgerstiftung Mundelsheim hatte in den lauschigen Hermannschen Garten eingeladen, wo Besucher nicht nur Sekt schlürfen konnten. „Wir kommen immer hierher, der Markt ist seit Jahrzehnten ein Muss im Jahreslauf,“ sagte eine Mundelsheimerin, die mit Freundinnen aus dem nahen Höpfigheim unterwegs war. „Hier ist so viel los, hier findet man immer was,“ freute sich eine andere Besucherin, die mit ihrem Mann die zehn Kilometer von Walheim entlang geradelt war. „Und es gibt so tolle Sachen zu kaufen…“