Die Brandkatastrophe in Crans-Montana schockierte die Welt. Vor dem Leonberger Pferdemarkt sind nun alle Partykeller auf Brandschutz geprüft worden – nicht alle waren auf Stand.
Bei der Brandkatastrophe im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana kamen in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben, 115 wurden teils schwer verletzt. Auslöser für das Feuer in der Bar Le Constellation waren wohl Tischfeuerwerke auf Champagnerflaschen, die die Deckenverkleidung in Brand steckten. Zudem war eine Notausgangstür offenbar verschlossen.
Die verheerenden Vorkommnisse vom Jahreswechsel hatten auch Auswirkungen auf die Vorschriften für die Kellerbetreiber beim am Freitagabend offiziell eröffneten Leonberger Pferdemarkt, was die Stadtsprecherin Leila Fendrich auf Anfrage bestätigte: „Auch vor diesem Hintergrund hat die Stadt das Thema Brandschutz in den Leonberger Pferdemarkt-Kellern sehr ernst genommen.“ Unabhängig von diesem Ereignis, aber auch im Lichte der aktuellen Geschehnisse, habe die Verwaltung in allen Kellern sowie in Gaststätten mit bewirtetem Kellerbereich umfassende Brandverhütungsschauen vorgenommen.
Brandschutz: Konsequenzen aus Crans-Montana für die Keller beim Pferdemarkt in Leonberg
Federführend ist laut Leila Fendrich dabei das Baurechtsamt gewesen, gemeinsam mit der Kreisbrandmeisterstelle des Landratsamts sowie der Feuerwehr. „Dabei wurde teilweise Nachbesserungsbedarf identifiziert, und es wurden entsprechende Auflagen zum Brandschutz erteilt“, sagte Fendrich. Inzwischen hätten alle betroffenen Betreiber die vollständige Nachbesserung gemeldet.
Die Betreiberinnen und Betreiber hätten die Begehungen überwiegend sehr positiv aufgenommen. „Die große Sensibilität für das Thema Sicherheit und das gemeinsame Interesse an einem sicheren und gelungenen Pferdemarkt waren dabei deutlich spürbar“, meinte die Rathaus-Sprecherin.
Ziel war und ist es, „vorausschauend alles zu tun, um den Besucherinnen und Besuchern des Leonberger Pferdemarkts ein sicheres und zugleich stimmungsvolles Kellererlebnis zu ermöglichen“. Dieses Ziel verfolgten Behörden, Feuerwehr und Betreiber im engen Schulterschluss. „Man konnte es erfolgreich umsetzen. Der Besuch der Pferdemarkt-Keller ist damit mit einem guten Gefühl möglich“, betonte Leila Fendrich.
- Ein Großteil der Pferdemarkt-Locations ist gaststättenrechtlich konzessioniert und wird ganzjährig im regulären Betrieb genutzt – das heißt, sie öffnen nicht ausschließlich zum Pferdemarkt.
- Entsprechend hoch sind ohnehin die Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz.
- Bereits vor einigen Jahren wurden Maßnahmen wie die Forderung nach zweiten Notausgängen umgesetzt.
- 2013 machte unter anderem aus diesem Grund der Burkardts-Keller dicht, ein Jahr später folgte der Abele-Keller.
„Das stieß damals nicht überall auf Verständnis und wurde vereinzelt als Eingriff in eine gewachsene Tradition kritisiert“, berichtete Fendrich. „Die tragischen Ereignisse von Crans-Montana machen jedoch deutlich, dass diese Entscheidungen richtig und notwendig waren.“ Sie zeigten, wie wichtig es sei, Risiken frühzeitig zu erkennen und konsequent zu handeln.