In der Gemeinde Lauchheim im Ostalbkreis steht ein Pfarrer unter Kinderpornografie-Verdacht. Foto: dpa

In der katholischen Gemeinde in Lauchheim herrscht Fassungslosigkeit: In der letzten Woche war der Pfarrer der Gemeinde wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie suspendiert worden.  Die Ermittler sind durch eine BKA-Liste aufmerksam geworden - auf der auch der Name Edathy steht.

In der katholischen Gemeinde in Lauchheim herrscht Fassungslosigkeit: In der letzten Woche war der Pfarrer der Gemeinde wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie suspendiert worden.  Die Ermittler sind durch eine BKA-Liste aufmerksam geworden - auf der auch der Name Edathy steht.

Rottenburg/Lauchheim - Ein Pfarrer aus Lauchheim (Ostalbkreis), der Kinderpornos besessen haben soll, steht nach dpa-Informationen auf der gleichen Kundenliste wie der SPD-Politiker Sebastian Edathy. Der Geistliche könnte demnach ebenfalls kinder- und jugendpornografisches Material eines kanadischen Anbieters bestellt haben. Die Polizei hatte die Wohnung des Mannes am vergangenen Donnerstag durchsucht und Beweismittel sichergestellt.

Der Anfangsverdacht hatte sich durch eine Liste des Bundeskriminalamtes ergeben, auf der der Name des Pfarrers auftauchte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen. Auf dieser seien die Kunden von Anbietern aufgeführt, die diese Dateien vertreiben. Derzeit würden die Beweismittel geprüft. Die Auswertung werde noch Wochen dauern, sagte der Sprecher. Erst dann stehe fest, ob Anklage erhoben wird.

"Er war ein beliebter Pfarrer"

Die katholische Gemeinde in Lauchheim zeigte sich von den Vorwürfen gegen ihren Pfarrer schockiert. „Er war ein beliebter Pfarrer“, sagte eine Sprecherin der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Nachricht von den Ermittlungen gegen den Geistlichen sei ein Schock für die katholische Gemeinde gewesen. „Die Betroffenheit in der Stadt ist groß“, sagte Bürgermeister Werner Kowarsch. Vor allem, weil die Stadt zu 80 Prozent katholisch geprägt sei.

Mit Hilfe von Kreditkartendaten hatte die kanadische Polizei zahlreiche Personen ermittelt, die kinderpornografische Bilder gekauft haben sollen. Eine Liste mit den Namen mutmaßlicher Kunden aus Deutschland stellte sie 2011 dem Bundeskriminalamt zur Verfügung. Neben dem Lauchheimer Pfarrer ist ein weiterer Mann aus Baden-Württemberg bekannt, der auf der Liste stehen soll. Die Wohnung eines 39-Jährigen Stuttgarters war im Februar durchsucht worden. Damals waren Computer und Datenträger des Mannes beschlagnahmt worden.

Nach der Durchsuchung vergangene Woche hatte der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst den Pfarrer suspendiert. Der Pfarrer habe die Gemeinde am Wochenende verlassen und werde seelsorglich und psychologisch betreut, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung. Bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts müsse der Mann seine Aufgaben als Pfarrer der Seelsorgeeinheit ruhen lassen.

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