Mit einem Tweet über Minijobs erntet Peter Tauber Empörung. Foto: dpa

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat mit einem Tweet für Entrüstung gesorgt. Etliche User, darunter auch Politiker von SPD und Grünen, werfen ihm Arroganz und mangelnden Wirklichkeitssinn vor.

Berlin - Politiker agieren nicht immer glücklich auf Twitter, das dürfte spätestens seit Donald Trump bekannt sein. Aktuellstes Beispiel aus Deutschland ist der CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Mit einer Bemerkung über Minijobber löste er empörte Reaktionen aus.

Via Twitter teilte er am Montagabend als Werbung für das neue CDU-Wahlprogramm und in Abgrenzung von der SPD mit: „,Vollbeschäftigung’ ist besser als ,Gerechtigkeit’“.

Ein User des sozialen Netzwerkes erkundigte sich daraufhin bei Tauber, ob dies nun für ihn drei Minijobs bedeuten würde. Die Antwort des Politikers ließ nicht lange auf sich warten: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“

Diese offenbar arrogant wirkenden Worte kommen vielen Twitternutzern nicht gut an. Noch am Dienstagvormittag stand der Hashtag Tauber auf Platz eins der deutschen Twittercharts.

Darunter finden sich über 1.000 oft sehr kritische Antworten. Es melden sich unter anderem Menschen zur Wort, die mit Minijobs zu tun haben.

Die User erinnern Peter Tauber außerdem daran, wen er mit seiner Aussage ihrer Meinung nach angegriffen hat.

Kritik kommt in Zeiten des Wahlkampfes auch von der SPD. Auf Facebook meldete sich deren Kanzlerkandidat Martin Schulz zu Wort: Er verweist auf seine eigene Bildungskarriere und fordert Respekt sowie Unterstützung ein: „Jeder Mensch verdient eine Chance - sei es auch mal die zweite oder dritte.“

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wirft Tauber Arroganz vor, der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mangelnden Anstand.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir meint, Tauber habe den Bezug zur Lebenswelt der Bürger verloren:

Peter Tauber hat sich inzwischen zu dem Tweet geäußert. Sowohl auf seinem Twitter- als auch auf seinem Facebookaccount veröffentlichte er ein Statement. Darin entschuldigt er sich, dass er sein „eigentliches Argument so blöd formuliert und damit manche verletzt“ habe.

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