Das Weißhandgibbon-Kind „Jimmy“ wurde vom Verkäufer in einer Katzenbox zum Parkplatz gebracht. Foto: PETA Deutschland e.V.

In einer Undercover-Aktion hat die Tierrechtsorganisation Peta einen streng geschützten Weißhandgibbon gerettet. Der Besitzer wollte das Tier auf einem Pforzheimer Parkplatz für 13.000 Euro privat verkaufen.

Pforzheim - Die Tierrechtsorganisation Peta hat Anfang Dezember in einer Undercover-Aktion einen streng geschützten Weißhandgibbon gerettet, der von seinem 30 Jahre alten Besitzer auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Pforzheim für 13.000 Euro verkauft werden sollte. Peta-Mitarbeiter hatten sich zum Schein als potenzielle Käufer ausgegeben, der Zugriff erfolgte gemeinsam mit der Pforzheimer Polizei sowie der Veterinärbehörde bei der vermeintlichen Übergabe des Affen.

Nach weitreichenden Ermittlungen, die Peta gemeinsam mit dem SWR führte, sowie langwierigen Verhandlungen mit dem 30-Jährigen, einigte man sich darauf, dass der Verkauf des erst eineinhalb Jahre alten Affenkinds „Jimmy“ am 3. Dezember auf dem Parkplatz in Pforzheim über die Bühne gehen sollte.

Als der 30-Jährige den Affen in einer Katzentransportbox im Auto mitbrachte, schlug Peta gemeinsam mit der Pforzheimer Polizei und der Veterinärbehörde zu. Der Verkäufer, der den Gibbon eigenen Angaben zufolge als wenige Wochen altes Baby von einem bayerischen Tierpark erhalten haben soll, wurde überführt und der streng geschützte Primat beschlagnahmt. „Jimmy“ befindet sich laut Peta mittlerweile in einer Auffangstation für exotische Tiere.

Artgerechte Haltung in Privatwohnung unmöglich

„Dass schutzlose Gibbonkinder auf Supermarkt-Parkplätzen verkauft werden, ist schockierend und zeigt wieder einmal, wie skrupellos die Tierhändler vorgehen. Bei solchen Geschäften geht es einzig darum, möglichst viel Profit mit den Tieren zu erzielen“, zeigt sich Peta-Mitarbeiterin Jana Hoger entsetzt. Eine Einzelhaltung solcher Tiere sei verboten und eine artgerechte Haltung in einer Privatwohnung unmöglich. „Der völlig ungeregelte Handel mit exotischen und teils streng geschützten Tieren nimmt immer schlimmere Ausmaße an“, so Jana Hoger weiter und richtet zugleich einen Appell an die Bundesregierung: „Der Verkauf und die Privathaltung von exotischen Tieren muss in Deutschland endlich verboten werden. Affen, Schlangen oder Tiger können in Privathand niemals artgerecht gehalten werden.“

Gefahr für Mensch und Tier

Laut Peta gehören Primaten zu den am meisten gehandelten exotischen Säugetieren auf einschlägigen Verkaufsplattformen im Internet. In Deutschland sei der Handel mit und die Haltung von sogenannten Exoten in Privathand weitgehend nicht reglementiert. Ein solches Tier in Privathänden sei allerdings auf vielfältige Art und Weise nicht hinnehmbar. Zum einen würde eine Vielzahl an privat gehaltenen Exoten als Folge der mangelhaften Haltung und Pflege sterben, dies fördere außerdem die Nachfrage. Gerade Tiere wie Weißhandgibbons können in Privathaushalten nicht artgerecht gehalten werden. Diese Affenart ist hauptsächlich in den tropischen Wäldern Thailands und Malaysias zu Hause. Charakteristisch für diese Affen sind ihr einzigartiger Gesang und das sogenannte Schwinghangeln, mit dem sie sich durch die Baumkronen fortbewegen.

Neben der Gefahr für die Tiere in Privathaltung sei auch die Gefahr für den Menschen nicht zu unterschätzen. Nicht erst seit der Coronakrise sei bekannt, dass exotische Tiere ein Reservoir für gefährliche Krankheitserreger sein können. „Tiere wie Affen, Schlangen oder Schildkröten sind häufig mit ansteckenden Darmparasiten wie Würmern oder Giardien infiziert, die auch auf den Menschen übertragbar sind“, erklärt die Tierrechtsorganisation in ihrer Pressemitteilung.

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