Leinfelden-Echterdingens Bürgermeister Frank Otte steht am 7. Mai in Osnabrück als Stadtbaurat zur Wahl. Foto: Tim Höhn

Das Technische Referat der Stadt Leinfelden-Echterdingen verliert zur Jahresmitte seinen Chef: Frank Otte wird Stadtbaurat in Osnabrück

Leinfelden-Echterdingen/Osnabrück - Leinfelden-Echterdingens Beigeordneter für das Technische Referat, Frank Otte, gibt seinen Posten als Erster Bürgermeister und OB-Stellvertreter vor Ablauf seiner achtjährigen Amtszeit auf. Wie berichtet, hatte sich Otte in seiner Geburtsstadt Osnabrück in zwei aufeinanderfolgenden Ausschreibungen um das vergleichbare Amt des Stadtbaurats beworben. Auch in der zweiten Runde hat sich der 55-Jährige durchgesetzt. Die Wahl im Gemeinderat von Osnabrück ist am 7. Mai.

Frank Otte lehnt Gratulationen zum Karrieresprung – Osnabrück ist die drittgrößte Stadt in Niedersachsen und deutlich größer als L.-E. – vor der Wahl ab. Dahinter steckt Aberglaube und seine Erinnerung an das Durchfallen von Heide Simonis bei der Wahl zur schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin vor einigen Jahren. Er sagt deshalb nur: „Ich bin meinem Ziel einen weiteren Schritt näher gekommen.“

Vorschlag ohne Einschränkung

Insgesamt drei Bewerbern hatten die Osnabrücker Fraktionsspitzen am vergangenen Wochenende noch ausführlich auf den Zahn gefühlt. Rita Maria Rzyski, die Vertreterin des Oberbürgermeisters, „hat mir am Mittwoch mitgeteilt, dass sie mich dem Gemeinderat ohne Einschränkung zur Wahl vorschlagen wird“, sagt Otte, dem nach dem Telefonat ein Stein vom Herzen gefallen sein dürfte. Nach der niedersächsischen Gemeindeordnung hat das Stadtoberhaupt das Vorschlagsrecht. Dieses fällt wegen einer noch bis zum Herbst dauernden Vakanz zurzeit der OB-Vertreterin zu.

Schon bei der ersten Ausschreibung im Februar war Otte, unterstützt von den Grünen und der SPD, schon fast am Ziel – bis dann ein Formfehler auffiel, der politisch viel Staub aufwirbelte: In der Ausschreibung war ausdrücklich ein Universitätsabschluss gefordert, eine gleichwertige Qualifikation nicht erwähnt worden. Daraufhin wurde das gesamte Verfahren gestoppt und neu aufgerollt, diesmal dann mit dem für Otte befreienden Zusatz.

OB berät sich mit dem Ältestenrat

Frank Otte geht davon aus, dass im Fall seiner Wahl der Wechsel vom mittelalterlichen Rathaus in Echterdingen in das ehemalige Dominikanerkloster in Osnabrück „zwischen dem 1. Juni und dem 1. Juli“ vollzogen werden kann. Er benötige noch Zeit in L.-E. für eine „geordnete Übergabe an den OB“. Rathauschef Roland Klenk, der ebenso wie die Fraktionsvorsitzenden von Otte über die Entwicklung in Kenntnis gesetzt wurde, äußerte sich zurückhaltend: „Ich hoffe, dass Herrn Ottes Erwartungen in Erfüllung gehen“. Über die Folgen des Wechsels will Klenk „erst nach der Wahl mit dem Ältestenrat diskutieren“.

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