Gonzalo Castro (li.) wird den VfB Stuttgart am Saisonende verlassen, mit Daniel Didavi wird noch über eine Vertragsverlängerung gesprochen. Foto: Baumann

Viele Fans des VfB Stuttgart hatten damit gerechnet, dass Gonzalo Castro bleibt und Daniel Didavi zum Saisonende geht. Nun kommt es wohl genau andersherum. Warum eigentlich?

Stuttgart - Die Lage war lange klar: Nur einer der beiden Routiniers würde auch über das Saisonende hinaus beim VfB Stuttgart spielen können. Gonzalo Castro (33) oder Daniel Didavi (31). Und viele Experten und Anhänger der Weiß-Roten hatten da eine klare Präferenz – die durch Einsatzzeiten belegt war.

 

Auf 1545 Spielminuten kommt Castro in dieser Bundesligasaison bislang, zudem war er vom Trainer Pellegrino Matarazzo vor der Saison zum Kapitän ernannt worden. Gelobt wurde zudem stets seine Bedeutung für die jungen Spieler, vor allem für jene, die spanisch sprechen. Nur 800 Minuten lang stand dagegen Didavi auf dem Feld. Trotzdem sind nun die Würfel wohl für den Nürtinger gefallen.

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Castro jedenfalls hat von VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nun kein neues Vertragsangebot erhalten. Gespräche hatten zwar stattgefunden, eine Einigung kam nicht zustande. „Vor dem Hintergrund wirtschaftlich sehr schwieriger Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie haben wir uns entschieden, Gonzo kein Angebot für eine Vertragsverlängerung zu unterbreiten und stattdessen auf die Entwicklungspotenziale unserer Toptalente zu vertrauen“. sagt Sven Mislintat – und bedauert die Entscheidung. Was bedeutet: Am Ende waren es hauptsächlich wirtschaftliche Gründe, die dagegen sprachen, Castro noch einmal an den Verein zu binden.

Didavis Bilanz: Vier Treffer, vier Assists

Der frühere Nationalspieler setzt wohl noch einmal auf lukrativere Angebote. Jedenfalls war er nicht bereit, auf die VfB-Signale einer sehr deutlichen Reduzierung der bisherigen Bezüge einzugehen. Dazu kamen beim VfB auch Zweifel, ob der 33-Jährige die sportlichen Anforderungen vor allem in den Partien gegen die Top-Gegner auch in Zukunft noch erfüllen kann.

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Zweifel begleiten immer wieder auch Daniel Didavi bei seinen Auftritten in dieser Saison. Allerdings sprechen aus Sicht der Verantwortlichen wohl drei Dinge für eine Weiterbeschäftigung der Nummer zehn. Zum einen scheint der verletzungsgeplagte Mittelfeldspieler bereit, auch für deutlich weniger Fixgehalt als bisher ins VfB-Trikot zu schlüpfen. Zudem liest sich seine Saisonstatistik trotz weniger Einsatzminuten gar nicht so schlecht: Vier Treffer und vier Torvorlagen hat Didavi bisher erreicht (Castro: drei Tore, zwei Assists). Und im Gegensatz zu Castro ist Didavi einer, der beim VfB groß geworden ist. „Er ist unser Junge, unser Akademiespieler“, betonte Mislintat jüngst und berichtete von „extrem guten Gesprächen“.

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Die Tendenz geht also bei Daniel Didavi zur Vertragsverlängerung. Im VfB-Kader wäre er Stand jetzt dann neben Hamadi Al Ghaddioui der einzige Ü-30-Feldspieler, da wie Castro auch Holger Badstuber (32) Stuttgart den Rücken kehren wird. Der Abwehrspieler spielte aber schon die ganze Saison über keine Rolle mehr im Bundesligateam und spielte in der Regionalliga.