Der Torhüter Florian Müller streckt sich ab der kommenden Saison für den VfB Stuttgart nach dem Ball. Foto: imago/Matthias Koch

Der VfB Stuttgart hat in Florian Müller seinen Wunschtorwart verpflichtet. Damit wurde eine Lücke im Kader des Fußball-Bundesligisten geschlossen – doch die nächste könnte sich schon bald auftun.

Stuttgart - Die neue Nummer eins ist da. Florian Müller hat sich diese Rückennummer beim VfB Stuttgart gesichert – und will damit den Status, der mit dem Torwarttrikot verbunden ist, erhalten. Am Mittwochmittag absolvierte der 23-jährige Saarländer die sportärztliche Untersuchung beim Fußball-Bundesligisten, was allgemein als die letzte Stufe gilt, ehe ein Transfer vollzogen wird. Danach heißt es, den Stift zücken und freundlich für den Fotografen posieren.

 

Müller hat beim VfB einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Er soll den Stuttgartern langfristig das Tor hüten. Jedenfalls länger als Gregor Kobel. Der Schweizer blieb insgesamt nur zwei Jahre, brachte dem VfB mit dem Wechsel zu Borussia Dortmund aber 15 Millionen Euro an Ablöse ein. Ein Teil des Geldes fließt zwar noch an Kobels früheren Arbeitgeber TSG Hoffenheim, aber die Einnahme kann Sven Mislintat gut gebrauchen.

Wie hoch ist die Ablösesumme?

Zum einen soll der Sportdirektor aufgrund der Coronakrise Transfererlöse erzielen. Zum anderen will er die Mannschaft nicht schwächen, weshalb Mislintat selbst Geld benötigt, um Spieler zu holen. „Florian hat mit 23 Jahren bereits 73 Bundesligaspiele bestritten, er hat in Mainz und in Freiburg wichtige Erfahrungen gesammelt und er hat den Antrieb, sich ständig weiter zu verbessern“, sagt Mislintat.

In Müllers Fall hing während der Verhandlungen einiges an einer Million Euro. Offensichtlich mussten die Stuttgarter ihr Vier-Millionen-Euro-Angebot (plus Bonuszahlungen) erhöhen, um den Wunschkandidaten vom FSV Mainz 05 verpflichten zu können. Doch auch der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel dürfte von seinen Forderungen abgerückt sein, nachdem Müller bei den Rheinhessen nur noch ein Arbeitspapier bis 2022 hatte.

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Jetzt gehört der Schlussmann zum weiß-roten Kader und tritt den Konkurrenzkampf gegen Fabian Bredlow an. Er will Stammkeeper werden und mehr hat Müller an sportlichen Perspektiven nicht verlangt – in der Überzeugung, wie zuletzt beim SC Freiburg (dorthin war er ausgeliehen), das Team mit starken Reflexen, fußballerischen Fähigkeiten und seiner 1,92 Meter großen Erscheinung vorwärtszubringen. „Der VfB hat eine starke junge Mannschaft mit viel Entwicklungspotenzial. Das hat man in der vergangenen Spielzeit gesehen, als sie eine souveräne Saison gespielt haben“, sagt der Zugang.

Müller kann es offenbar kaum erwarten, ehe am 1. Juli die Vorbereitung in die nächste Saison startet. Ob der Keeper dann mit Nicolas Gonzalez in einer Elf stehen wird, erscheint dagegen sehr fraglich. Das Interesse an dem Argentinier steigert sich – was sich an den gehandelten Ablösesummen ablesen lässt.

Wie läuft der Poker um Nicolas Gonzalez

Wie die englische Zeitung „The Guardian“ berichtet, bietet Brighton & Hove Albion mittlerweile 25 Millionen britische Pfund (etwa 29 Millionen Euro) für den Angreifer. Das wäre für den Premier-League-Club eine Rekordablöse. Allerdings sind die Südengländer nicht die Einzigen, die an der Mercedesstraße in Bad Cannstatt vorstellig geworden sind. Der AC Florenz pokert nach wie vor um Gonzalez mit. 20 Millionen Euro plus Bonuszahlungen hatte sich der Verein aus der Serie A vorgestellt. Nun müssen die Italiener wohl mehr Geld in die Hand nehmen, um im Spiel zu bleiben.

Letztlich wird jedoch entscheidend sein, wohin es Gonzalez zieht. Derzeit bestreitet der Stürmer mit der argentinischen Nationalmannschaft die Copa América. Und aus Brasilien, wo das Südamerika-Turnier ausgetragen wird, ist noch nicht herübergeschwappt, was Gonzalez plant. Sein Faible für die englische Edelliga ist bekannt, und mit seinem Tempo würde er gut auf die Insel passen.

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Im vergangenen Sommer besuchte der 23-Jährige in Brighton auch einen Kumpel aus gemeinsamen Zeiten bei den Argentinos Juniors: Alexis Mac Allister. Ein gemeinsames Foto mit dem Mittelfeldspieler heizte die Spekulationen um den damals schon abwanderungswilligen Angreifer an. Diesmal könnte mehr daraus werden als nur ein Flirt mit dem Tabellen-16. der Premier League. Ein Fünfjahresvertrag ist im Gespräch, mit einem Nettoverdienst von mehr als drei Millionen Euro im Jahr. Gut möglich also, dass das Trikot mit der Nummer 22 beim VfB frei wird.

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