Ein provisorisches Schild weist Autofahrer daraufhin, wer hier parken darf. Foto: Alexandra Kratz

Schwimmer in Stuttgart-Sonnenberg beschweren sich, dass sie keinen Stellplatz mehr finden. Die Bäderbetriebe handeln jetzt. Das Problem gibt’s auch anderswo.

Sonnenberg - Das Hallenbad an der Kremmlerstraße ist gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Bis zur Stadtbahn-Haltestelle Sonnenberg sind es nur wenige Gehminuten. Das freut Badegäste, die nicht mit dem Auto kommen. Doch es freut auch diejenigen, die einen kostenlosen Parkplatz suchen, obwohl sie gar nicht schwimmen gehen wollen. Das jedenfalls ist die Beobachtung des Bäderpersonals. Denn auch wenn das Bad nicht geöffnet hat, ist der Parkplatz oft voll – vermutlich sind es Pendler, vielleicht auch Anwohner. Jedenfalls hätten sich Badegäste beschwert, dass sie für ihr Auto keinen Stellplatz mehr finden würden, ergänzt Jens Böhm, der bei den Stuttgarter Bäderbetrieben für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Manche haben sich sehr negativ geäußert und zurecht aufgeregt“, sagt er.

Seit Kurzem weisen die Bäderbetriebe nun mit einem Schild darauf hin, dass der Parkplatz ausschließlich für Badegäste ist. Darunter findet sich noch der Hinweis: „Unberechtigt abgestellte Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt.“ Das Schild sei ein schneller und kurzfristig umsetzbarer Lösungsansatz gewesen. „Wir wollen unseren Kunden zeigen, dass wir sie ernst nehmen“, sagt Böhm. Personen, die ihr Auto auf den Parkplatz abstellen, obwohl sie gar nicht schwimmen gehen wollen, könnten sich nun zumindest nicht mehr herausreden, dass sie nicht gewusst hätten, dass der Parkplatz zum Hallenbad gehört. Immerhin, seit das Schild stehe, habe es keine Beschwerden mehr von Badegästen gegeben, sagt Böhm. Und ihre Drohung, Autos abzuschleppen, hätten die Bäderbetriebe bisher auch noch nicht wahr machen müssen.

Beim Inselbad Untertürkheim gibt es sogar eine Schranke

Probleme mit unberechtigt abgestellten Fahrzeugen gibt es auch in anderen Stadtteilen – vor allem im Sommer, zum Beispiel am Möhringer und Vaihinger Freibad. Im Winter können die Bäderbetriebe getrost über Falschparker hinweg sehen. Aber an heißen Tagen sind Parkplätze schnell Mangelware, dann ist der Unmut groß. Ein Extremfall ist das Inselbad Untertürkheim. Da war der Parkplatz in der Vergangenheit oft schon vor Öffnung des Freibads voll. Doch dort gibt es eine Schranke. Die Bäderbetriebe haben nun während der Saison einen externen Dienstleister beauftragt, die Schranken um 4 Uhr morgens herunterzulassen, erst mit der Freibadöffnung wird diese wieder nach oben gekurbelt. „So konnten wir etwa 80 Prozent der Falschparker vom Parkplatz drängen“, sagt Böhm.

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