Die PCB-Belastung soll die Gesundheit der Kinder nicht gefährden. Foto: Ines Rudel

Der Unterricht soll nach Ostern in der Zollberg-Realschule weitergehen. Das Landesgesundheitsamt hat grünes Licht gegeben. Dennoch bleiben Fragen offen.

Esslingen - Vorsichtige Entwarnung für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerschaft der Esslinger Zollberg-Realschule: Das Landesgesundheitsamt sieht trotz der in der Schule gemessenen teilweise erheblich erhöhten PCB-Werte keinen Grund, die Schule nach den Osterferien zu evakuieren. Mit Ausnahme von zwei Räumen, die in den kommenden vier Wochen mustersaniert werden sollen und deshalb erst Anfang Mai wieder zur Verfügung stehen sollen, könne der Unterricht wie gewohnt in der Realschule stattfinden. Das ist das Ergebnis eines weiteren Krisengesprächs am Freitag. An ihm haben Vertreter der Stadt Esslingen, des Staatlichen Schulamts und des Gesundheitsamtes Esslingen teilgenommen.

Allerdings ist bei dem Gespräch auch deutlich geworden, dass die Schule die bereits eingeleiteten Sanierungsschritte konsequent fortsetzen muss. Die Zimmer müssen weiterhin alle 20 Minuten schockgelüftet werden. Das hatte zuletzt zur Folge, dass sich 12 der 40 Lehrer der Zollberg-Realschule mit Erkältungskrankheiten vom Dienst abgemeldet hatten. Zudem werden in die Fensterscheiben integrierte Ventilatoren, so genannte Zwangsbelüftungen, in allen Räumen montiert. Diese sollen den Austausch der Zimmerluft innerhalb von 24 Stunden garantieren.

Umfängliche Messungen nach der Mustersanierung

Nach Abschluss der Mustersanierung der zwei stark belasteten Klassenzimmer sollen umfängliche Messungen Aufschluss darüber geben, ob die angedachten Maßnahmen ausreichen, um die PCB-Belastung unter den offiziellen Grenzwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft zu bringen. Die umfängliche Sanierung wird auch dazu genutzt um festzustellen, ob tatsächlich nur Dehnfugen, Deckenplatten und Farben PCB ausdünsten, oder ob der seit 1989 verbotene Weichmacher mittlerweile auch in die Holzmöbel oder gar in die Betonwände eingedrungen ist.

Sollten nach der Sanierung weiterhin erhöhte Werte gemessen werden, müsse man eventuell doch noch einmal über eine Evakuierung und eine Grundsanierung der Schule nachdenken, sagt die Stadt. Für die beiden betroffenen Klassen hat die Zollberg-Realschule bereits Lösungen gefunden: Eine Klasse wird bereits seit einiger Zeit in der schuleigenen Mensa unterrichtet. Die andere wird nach den Osterferien in das Gebäude der nahegelegenen ehemaligen Pestalozzi-Schule umziehen.

Ersatzgebäude ist PCB-unauffällig

Auch von dort gibt es aus Sicht der Stadt erfreuliche Nachrichten. Denn die vor wenigen Tagen veranlassten Messungen haben keinen Hinweis auf eine PCB-Belastung des alternativen Standorts gegeben. Das nun vom Landesgesundheitsamt vorgelegte Gutachten, das auch auf der Homepage der Stadt unter www.esslingen.de eingesehen werden kann, schaffe nun, so Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger, Klarheit: „Es sichert den Schulbetrieb der Zollberg-Realschule nach Ostern und schafft für die Stadt Planungssicherheit.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: