Anke Mielke findet den Pausenhof des Bildungszentrums in Marbach (Kreis Ludwigsburg) mit seiner geschlossenen Betondecke trostlos. Allerdings wird sich daran kaum etwas ändern.
Das Bildungszentrum in Marbach wurde in den vergangenen Jahren für einen zweistelligen Millionenbetrag in Schuss gebracht. Mit einem Tag der offenen Tür wird am 28. Februar der Abschluss der Arbeiten zelebriert. Anke Mielke ist allerdings nicht zum Feiern zumute. Sie dachte, die Handwerker würden im Anschluss an die Sanierung des Gebäudes gleich noch den gemeinsamen Pausenhof von Real- und Gemeinschaftsschule attraktiver gestalten. Doch das wird kurzfristig nicht geschehen. „Und das tut mir in der Seele weh“, sagt Mielke.
Die zweifache Mutter findet, dass das Gelände mit seiner geschlossenen Betondecke „nicht mehr zeitgemäß“ und „trostlos“ aussieht. „Jeder Gefängnishof bietet mehr Abwechslung als das, was man unseren Kindern, die lernen und sitzend funktionieren sollen, als Bewegungs- und Erholungsraum für ihre Pausen zumutet“, erklärt die 49-Jährige. Spielgeräte seien bis auf einen einzigen Basketballkorb Fehlanzeige. Das sei in der heutigen Zeit, in der die Jugendlichen oft mit ihren Handys beschäftigt seien, besonders bitter.
Pflanzen gegen die Hitze gefordert
Auch wenn es sich um eine weiterführende Schule handele, so seien die Mädchen und Jungs dort doch auch Kinder, die ihren Bewegungsdrang ausleben wollten. „Aber es gibt fast keine Spielmöglichkeit. Selbst die Tischtennisplatte, die es wohl früher gab, ist nicht mehr da“, sagt Mielke, die drei Kinder hat, von denen zwei die Anne-Frank-Realschule in Marbach besuchen.
In Zeiten des Klimawandels würde sich die Ludwigsburgerin zudem wünschen, die Betondecke an manchen Stellen aufzureißen, um Pflanzen zu setzen. Dann heize sich die Oberfläche im Sommer nicht so stark auf.
Sie wisse gesichert von einer weiteren Mutter, die die Situation ähnlich einschätze, aber inzwischen resigniert habe. „Ich glaube aber, dass das im Grunde alle Eltern so sehen. Das versteht sich eigentlich von selbst, dass der Ist-Zustand unbefriedigend ist“, sagt Mielke, die selbst Lehrerin ist.
Sie wolle mit ihrem öffentlichen Aufschrei ausdrücklich keine Kritik an den Verantwortlichen im Bildungszentrum und dem Kollegium üben. „Die können ja nichts dafür. Und die Realschule ist super“, sagt sie. Mielke würde sich aber wünschen, dass die Stadt ihre Prioritäten nochmals überdenkt und nicht ausgerechnet hier, bei den Kindern, den Rotstift ansetzt.
„Vielleicht lässt sich ja über die Gartenschau etwas machen, die hier 2033 stattfinden soll“, erklärt sie. Es sei schließlich ein grünes Band vom Neckar über die Schillerhöhe bis weiter zu den Schulen geplant. In dem Kontext könnte man doch den Faden aufnehmen und eine Verbesserung für den Schulhof herbeiführen. Sollte sich die Kommunalpolitik nicht mehr mit dem Thema beschäftigen und den Status quo so hinnehmen, fände sie das „skandalös“.
Bürgermeister sieht auch Verbesserungsbedarf
Beim Marbacher Bürgermeister Jan Trost rennt Anke Mielke mit ihrer Forderung nach einer Umgestaltung im Prinzip offene Türen ein. „Der Zustand des Pausenhofes im Bildungszentrum ist nicht mehr zeitgemäß“, pflichtet der Rathauschef ihr bei. Insofern habe man sich als Verwaltung ursprünglich vorgenommen, nach der Sanierung des Gebäudes die Umgestaltung des Schulhofs in Angriff zu nehmen. Doch die schwierige Wirtschaftslage und der dadurch bedingte Absturz der kommunalen Haushalte habe diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Daher mussten wir wie viele andere Maßnahmen auch die Sanierung des Pausenhofes im Bildungszentrum zurückstellen, bis finanziell bessere Zeiten kommen“, bedauert Trost.
Sollte die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen und sich der Haushalt normalisieren, genieße es eine „hohe Priorität“, den Schulhof attraktiver zu gestalten.