Die Tage von José Mourinho bei Manchester United sind gezählt. Foto: PA Wire

José Mourinho ist nicht mehr länger Trainer von Manchester United. Das gab der englische Fußball-Erstligist am Dienstag auf seiner Homepage bekannt. Der Rekordmeister hinkt den Erwartungen bisher deutlich hinterher.

Manchester - Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat sich von Trainer José Mourinho getrennt. Das gab der Club am Dienstag auf seiner Website bekannt. Am Sonntag nach dem 1:3 (1:1) gegen den Erzrivalen FC Liverpool hatte Mourinho im Sky-Interview gesagt, er könne „die Saison nicht mehr reparieren“. Das sahen die Clubbosse offenbar genauso. Nach Informationen des Senders Sky soll der ehemalige Man-United-Profi Michael Carrick das Training leiten, bis ein Interimstrainer für den Rest der Saison gefunden wird. Zur nächsten Spielzeit will United dann einen neuen Coach verpflichten.

Die Mitteilung des Vereins fiel kurz und knapp aus. „Der Club bedankt sich bei José für seine Arbeit in der Zeit bei Manchester United und wünscht ihm Erfolg für die Zukunft.“ Dass Mourinho mit den Red Devils den Ligapokal und die Europa League - aus Sicht vieler United-Fans nur Trostpreise - gewonnen hatte, wurde angesichts der desaströsen Bilanz in dieser Saison gar nicht mehr erwähnt. Man United liegt als Tabellensechster 19 Punkte hinter Spitzenreiter Liverpool und hat elf Punkte Rückstand auf einen wichtigen Champions-League-Platz.

Schlechteste Punkteausbeute für Manchester United

Der Club hat die schlechteste Punkteausbeute nach 17 Spieltagen seit der Saison 1991/92. Nur sieben Mal ging der Rekordmeister als Sieger vom Platz - bei fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Die Abwehr ist anfällig. Man United kassierte mehr Gegentore (29) als der Tabellenvorletzte Huddersfield Town (28). Nach dem 1:3 gegen Liverpool attestierte der Sender BBC einen „kreativen Bankrott“.

Und Mourinho? „Mit der Intensität und Körperlichkeit von Liverpool können wir nicht mithalten“, räumte der Portugiese am Sonntag kleinlaut ein und betonte, seine Spieler hätten ihr Bestes gegeben. Von einem millionenschweren Kader mit Stars wie dem französischen Weltmeister Paul Pogba, dem belgischen Topstürmer Romelu Lukaku und mehreren englischen Nationalspielern erwarten Clubbosse und Fans mehr. Pogba saß gegen Liverpool allerdings erneut nur auf der Bank.

Britische Medien spekulierten immer wieder über ein angespanntes Verhältnis zwischen Pogba und dem exzentrischen Trainer und über einen vorzeitigen Abschied des Franzosen. Nun bekommt Pogba die Chance, sich unter einem Interimstrainer neu zu beweisen.

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