Am Wochenende ist wieder viel los in Stuttgart: Abtanzen beim Semf-Festival. Foto: Fotoagentur Beytekin / Weiberg

Das Electronic Music Festival "Semf" findet am Samstag in den Messehallen am Flughafen statt. Neben Sven Väth treten etwa Moonbootica und RAR auf.

Ein Electronic Music Festival findet in den Messehallen statt. Neben Sven Väth treten etwa Moonbootica und RAR auf.

Stuttgart - Großveranstaltungen mit elektronischer Musik hatten nicht immer den besten Ruf. In den 90er Jahren nannte man so etwas „Rave“, und viele Menschen verbanden damit Exzesse, nicht immer besonders gute Musik und Drogen. Und auch in Stuttgart gab es einen Rave namens „Masters Tribe“, der zwei Mal in der Schleyerhalle stattfand. Heutzutage nennt man es Festival, es gibt weltweit und vor allem in Deutschland zahlreiche etablierte Veranstaltungen. Und auch in Stuttgart gibt es zwei Festivals für elektronische Musik, Day & Night und SEMF – und dieses Stuttgart Electronic Music Festival findet am Samstag wieder in den Messehallen am Flughafen statt.

Und wieder haben es die Veranstalter geschafft, eine vernünftige Mischung mit Mainstream-Acts wie Moonbootica, Klangkarussell und Lexy & K-Paul, Urgesteinen wie Westbam, Sven Väth und Casseopaya, Raritäten wie Luciano und Trendsettern wie &Me, RAR und Konstantin Sibold zusammenzustellen. Tickets gibt es ab knapp 50 Euro, alle Infos dazu und zur SEMF allgemein unter www.semf.net.

Auch am Freitag gibt es elektronische Musik in der Stadt, und das Kowalski (Kriegsbergstraße 28), wo sonst fast ausschließlich regionale DJs an den CD-Playern stehen, hat sich selbst ein kleines Weihnachtsgeschenk gemacht: Mit den Adana Twins aus Hamburg kommt einer der angesagtesten aktuellen House-Acts in die Stadt, der mit Tracks wie „Strange“ die Clubs im Sturm erobert. Präsentiert wird der Abend von Tonlab, dessen Residents Chris Sonaxx und Rob Medina ab 23 Uhr ebenfalls am Start sind.

Andere Musik, und zwar ganz andere, läuft am Freitag in der Schräglage (Hirschstraße 14). Bei Pump Up The Jam gibt es eine Zeitreise zurück in die 90er Jahre, und zwar in die musikalisch dunkelsten Ecken – hier läuft Dance, Pop, HipHop, House und Trash, aufgelegt von keinem Geringeren als DJ Passion, der derzeit unter seinem Alter Ego Ninetoes die Elektroszene aufwirbelt. Hier lässt er aber seinem Faible für Trash freien Lauf, Beginn ist um 23 Uhr.

Eine besondere Performance bekommt man am Samstag im Cue (Rotebühlplatz 11) geboten. Hier ist Sepalot, DJ und Produzent der Münchner HipHop-Formation Blumentopf, zu Gast, und zwar zusammen mit einem Live-Drummer. Und weil Sepalot nicht nur ein Faible für HipHop, sondern für viele verschiedene Musikarten von Soul bis Jazz hat, verspricht das ein genauso interessanter wie tanzbarer Abend zu werden, eingeleitet vom Stuttgarter DJ Cin.

HipHop gibt es am selben Abend auch an einer Stelle, wo man ihn nicht erwarten würde – nämlich auf dem Turm des Hauptbahnhofs. In der dortigen Bar Bonatz findet zum zweiten Mal Higher Ground statt, und da nur begrenzt Platz zur Verfügung steht, findet man nur mit vorheriger Anmeldung unter info@suedhang.biz Einlass. Und dann darf man ab 23 Uhr mit ganz vielen coolen Leuten zu Rap und Trap von DJ RL feiern.

Im brandneuen Super Popular Sanchez an der U-Bahn-Station Staatsgalerie (Willy-Brandt-Straße 23) gibt es ganz viel HipHop, Soul und andere Urban Beats, aber die Macher haben auch ein Herz für elektronische Musik. Am Samstag ist ein vielseitiger Genosse am Start, Kalipo aus Berlin ist nicht nur Gründungsmitglied und Produzent der erfolgreichen Elektropunkband Frittenbude, sondern auch Houseproduzent. Wie sich das anhört, präsentiert er ab 23 Uhr zusammen mit den Heute schon getanzt?-Residents Nemelka und Lenny.

Eine U-Bahn-Station weiter am Charlottenplatz gibt es wieder die volle Portion Soul – beim The Horse Soul Allnighter spielen im Goldmarks die DJs Jens-O-Matic und Stompin Johnson in schönster Northern Soul-Tradition ausschließlich rare 7-Inch-Singles aus den 60s, gemischt mit frühem Reggae. Los geht‘s hier um 22 Uhr.

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