Heißt der Platz vor der Halle bald Almennoplatz? Foto: factum/Weise

Die Landfrauen planen eine Reise in die Partnergemeinde. Und der Bürgermeister hat dazu gleich einige Ideen.

Hemmingen - Almenno San Bartolomeo ist seit Januar die Partnergemeinde Hemmingens. Nun werden die ersten konkreten Schritte getan, um die Menschen einander näher zu bringen: Die Landfrauen wollen im nächsten Jahr in die Lombardei reisen – und in den nächsten Wochen eine kleine Delegation vorausschicken. „Wir wollen hinfliegen und Kontakte knüpfen“, sagt die Vorsitzende des Landfrauenvereins, Hannelore Haller. Der Bürgermeister Thomas Schäfer kommt mit – er will die Partnerschaft in Hemmingen vorwärtsbringen.

Vertrag im Januar unterzeichnet

Almenno San Bartolomeo, 6300 Einwohner groß, liegt in Norditalien, zwischen Mailand und dem Tessin in der Schweiz. Die Kontakte zwischen den beiden Gemeinden hatten im Jahr 2012 begonnen, sie waren unter anderem vom Ludwigsburger Landrat Rainer Haas mit angestoßen worden. Eine andere Säule sind verwandtschaftliche Beziehungen der Familie Varnbühler: Die Hemminger Großgrundbesitzer, denen auch das Schloss respektive das Rathaus gehört, haben dort eine Seitenlinie und Vorfahren.

Nachdem der Freundschaftsvertrag im Januar 2019 unterzeichnet war, wollte der Spielmanns- und Fanfarenzug Hemmingen bereits für den darauffolgenden Mai eine erste Begegnung organisieren. Doch das hat nicht geklappt. Nun übernehmen die Landfrauen die Rolle der Erstbesucher: Eine Gruppe um die Vorsitzende Hannelore Haller („die komplette Vorstandschaft geht mit“) fliegt in gut einem Monat, von 15. bis 18. September, nach Italien. Das soll aber nur die Vorgruppe sein.

Lombardei ist etwas Besonderes

Eine große Reise des Vereins ist für Mai 2020 geplant. „Dann machen wir unseren Jahresausflug eben mal ins Ausland und einen oder zwei Tage länger als normal“, sagt sie pragmatisch, „das ist etwas Besonderes.“ In den vergangenen Jahren hätten die Ausflugsplanerinnen nämlich immer öfter die Antwort „da waren wir schon“ zu hören bekommen, wenn sie ihre Vorschläge für das nächste Ziel nannten. Aber Italien, Lombardei, die neue Patengemeinde Almenno San Bartolomeo – da waren sie noch nie. „Luxemburg war bisher das Weiteste“, sagt Haller, sonst habe man sich in Süddeutschland bewegt.

285 Damen sind Mitglied im Landfrauenverein – drei Männer haben nur den Status eines Gastes. Das schreibe der Verband vor, sagt Haller. Der gibt aber keine Grenzen für den Jahresausflug vor. „Die Kultur und die Gegend“ würden sie reizen, meint Haller, ein Empfang im Rathaus, eine Stadtführung und die Besichtigung der tollen Kirche seien eingeplant.

Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer freut sich auf die Begegnung, sein Schwieberdinger Kollege Nico Lauxmann werde auch dabei sein. Beide Rathauschefs vertreten ihre Gemeinde im Verein der sieben Kommunen aus dem Landkreis, der die europäische Zusammenarbeit auf Kommunalebene stärken will.

Italienisch lernen für die Freundschaft

Schäfer hat noch mehr vor, um die neuen italienischen Freunde und die Beziehung zu ihnen in seiner Gemeinde enger zu verankern. So soll im Frühjahr 2020 in Italienischkurs der Schiller-Volkshochschule in Hemmingen angeboten werden. Bereits im Herbst will Schäfer einen Verein zur Förderung der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden gründen. „Wir müssen das Thema auf eine breitere Basis stellen“, meint der Bürgermeister.

Und er verrät unserer Zeitung eine Idee: Man könnte doch die Türen der Gemeinschaftshalle in Italiens Nationalfarben Grün, Weiß und Rot streichen. Und warum nicht den Platz vor der Halle als Almennoplatz benennen? Die Halle hätte dann die Anschrift Almennoplatz 1. Das wäre nicht ungewöhnlich: In anderen Kommunen gibt es viele Straßen und Plätze, die nach Partnerstädten benannt sind.

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