Eine partielle Mondfinsternis bot im August 2017 in München diesen Anblick. Foto: dpa

Eine partielle Mondfinsternis ist am Dienstagabend auch in Stuttgart zu sehen – vorausgesetzt, dass Wetter macht mit.

Stuttgart - Genau fünfzig Jahre ist es her, dass Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins sich auf den Weg zum Mond gemacht haben. Rund 650 Millionen Menschen weltweit verfolgten das unglaubliche Ereignis damals vor den Fernsehgeräten. Ausgerechnet am Jubiläum der Mission spielt sich nun am Dienstagabend im All wieder ein besonderes Ereignis ab: Wenn der Erdschatten auf dem Mond sichtbar wird und dabei eine partielle Mondfinsternis entsteht.

„Um 22.01 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein“, sagt der Astronom Hans-Ulrich Keller. Bis zum Jahr 2008 hat er das Stuttgarter Planetarium geleitet. Er erklärt weiter: Der Höhepunkt des Spektakels sei um 23.31 Uhr, am Mittwochmorgen um 1 Uhr trete der Mond wieder aus dem Schatten heraus.

Auch in Stuttgart lässt sich die partielle Mondfinsternis um diese Zeit beobachten. Der Mond geht im Osten auf und wandert im Laufe der Nacht Richtung Süden weiter. Am besten ist die Mondfinsternis deshalb an Orten mit freier Sicht zum Südosten zu sehen. Empfehlenswert sind außerdem Plätze abseits von störenden Lichtquellen, da dort weniger Lichtverschmutzung herrscht. Schutzbrillen wie bei einer Sonnenfinsternis sind nicht nötig. „Am schönsten ist es natürlich, das Ganze mit einem Fernglas zu beobachten“, sagt Keller. So können Interessierte auch den Mond genauer betrachten und zum Beispiel seine Krater sehen.

Gute Aussichten in der Sternwarte auf der Uhlandshöhe

Das ist vor allem in der Sternwarte auf der Uhlandshöhe sehr gut möglich. Dort können interessierte Himmelsgucker die partielle Mondfinsternis ab 22 Uhr kostenlos und bestens ausgestattet beobachten. Anders als bei der bislang letzten Mondfinsternis im Januar wird dieses Mal nicht der gesamte Mond verdunkelt – daher der Name „partiell“. Die Erde steht allerdings genau wie bei der totalen Mondfinsternis zwischen Sonne und Mond. Durch das Sonnenlicht wird der Schatten der Erde auf den Mond geworfen. Allerdings wandert der Mond nicht ganz, sondern nur teilweise durch den Erdschatten. Deshalb entsteht dieses Mal ein Sichelmond. Am Dienstagabend bedeckt der Kernschatten der Erde etwa 66 Prozent des Mondes, wie Keller erklärt. Dieser Bereich im Dunkeln erscheint dann rostrot eingefärbt.

Das kosmische Schauspiel ist von Mitteleuropa aus besonders gut zu sehen. Damit hat Stuttgart die besten Voraussetzungen für das Spektakel – zumindest theoretisch. Denn die Wetterbedingungen sind leider nicht gerade ideal: Zwischen 22 Uhr am Dienstag und 3 Uhr am Mittwoch könnten Wolkenfelder die Sicht trüben, sagt Andreas Pfaffenzeller, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst.

Die partielle Mondfinsternis wird für einige Zeit das letzte derartige Spektakel sein. Im nächsten Jahr finden lediglich Halbschattenfinsternisse statt, welche laut dem Experten Keller jedoch „grundsätzlich unbeobachtbar“ bleiben.

Die nächste Mondfinsternis, die tatsächlich von Deutschland aus sichtbar ist, ist eine totale Mondfinsternis am 16. Mai 2022. Bis dahin müssen sich die Himmelsgucker aber noch etwas in Geduld üben.