Die Schilder für die Parkzone stehen dort, wo gar nicht geparkt werden darf. Foto: z/Merklein

Die Schilder für die neue Anwohner-Parkzone in Leinfelden-Echterdingen sind aufgestellt. Sie stehen allerdings auch dort, wo man gar nicht parken darf. Warum ist das so?

Oberaichen - Auf den ersten Blick ist die Situation auf jeden Fall paradox. Da stehen an der Raiffeisenstraße Schilder, die das Parken für vier Stunden erlauben. Anwohner mit Parkausweis dürfen sogar ohne Zeitlimit ihr Auto abstellen. Das Problem ist aber: Dort, wo die Schilder stehen, kann man faktisch gar nicht parken. „Da gibt es eine durchgezogene Linie auf der Straßenmitte“, sagt Walter Merklein. Wenn dort jemand parke, müsse der Durchgangsverkehr über die Linie fahren. „Und das ist doch verboten“, sagt Merklein. Er spricht inzwischen wegen dieser absurden Situation nur noch von „Schilda in Oberaichen“.

Ordnungsamt klärt auf

Beim Ordnungsamt von Leinfelden-Echterdingen wird das Ganze jedoch pragmatischer gesehen. „Diese Schilder gelten nicht nur für die Straßen, an denen sie stehen“, sagt die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamts, Jutta Rößler. Sie würden wie die Schilder bei einer Tempo-30-Zone einen ganzen Bereich kennzeichnen. Im vorliegenden Fall gelte die Parkzone bis in die Rohrer und die Hans-Holbein-Straße hinein. „Dort, wo sie beendet wird, gibt es wieder Schilder“, sagt die Fachfrau. Wegen dieser vom Gesetzgeber vorgegebenen Regelung könne der Schilderwald eingedämmt werden.

Nach Ansicht von Walter Merklein sorgt die spärliche Ausschilderung aber für viel Verwirrung bei den Autofahrern. „Wenn ich von der Rohrer Straße in die Hans-Holbein-Straße fahre, dann ist mir doch nicht bewusst, dass die Regelung auch noch nach der Kreuzung gilt.“ Hinzu komme, dass die Schilder kompliziert gestaltet seien. „Wer auf der Rohrer Straße von Leinfelden kommt, der muss sich an der Kreuzung auf die dortige Ampel konzentrieren“, sagt Merklein. Der Autofahrer könne nicht gleichzeitig auch noch das Schild der Parkzone studieren. „Das kann nur einer machen, der dort auf dem Amtsschimmel unterwegs ist“, scherzt Merklein.

Für das Anwohner-Parken

Der Mann aus Oberaichen betont aber bei aller Kritik an den Schildern, dass er keineswegs gegen das Anwohnerparken sei. „Bisher kam die neue Regelung zwar noch nicht zur Wirkung“, sagt Merklein unter Verweis auf den eingeschränkten Betrieb beim Flughafen. Es werde jedoch die Zeit kommen, in der man über die neuen Parkzonen froh sei.

Deshalb kritisiert der Anwohner der Manosquer Straße auch, dass es dort keine Zone für Anwohnerparken gibt. „Die betroffenen Parkplätze sind doch fußläufig nur fünf Minuten vom S-Bahnhalt Oberaichen entfernt“, sagt er.

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