Stuttgart hat einige Grünflächen für ausgedehnte Spaziergänge zu bieten. Foto: Shutterstock/Simon Dux Media

Oft angepriesen als Autostadt bietet Stuttgart auch eine Vielzahl an Grünflächen und Parks, die nicht nur Touristen, sondern auch die Einwohner erfreuen. In welchen Parks man am besten die Seele bei einem Spaziergang baumeln lassen kann.

Stuttgart genießt einen Ruf für hohe Lebensqualität, obwohl die Stadt historisch als Industriestandort bekannt ist. Gerade angesichts des stetigen Bevölkerungswachstums gewinnen öffentliche Grünflächen und Parks als Ausgleich an Bedeutung. Sie dienen nicht nur der Erholung, sondern auch als lebendige Schauplätze für vielfältige Outdoor-Aktivitäten, die das Stadtleben prägen.

Der Höhenpark Killesberg im Stuttgarter Norden

Der Höhenpark Killesberg ist mit seinen Seenterrassen, prächtigen Blumenbeeten, einem großen Spielplatz und Tiergehegen ein beliebtes Ausflugsziel in Stuttgart. Besonders beliebt bei Kindern: die Killesbergbahn. Sie erlaubt eine entspannte Entdeckungstour durch das weitläufige Gelände. Ein Panoramablick über die Schwäbische Alb und den Schwäbischen Wald bietet der 40 Meter hohe Killesbergturm. Fast ganzjährig erfreuen prachtvolle Blumenbeete in verschiedenen Arealen wie dem Primeltal oder dem Tal der Rosen die Besucher. Ist einem nach dem Spaziergang auch mal nach etwas zu Essen oder Trinken, bietet das Höhencafé die perfekte Möglichkeit zur Einkehr. Jedes Jahr findet hier auch das berühmte Lichterfest im Juli statt.

Der Rosensteinpark: Die grüne Lunge Stuttgarts

Als größter englischer Landschaftspark Südwestdeutschlands dient der 64 Hektar große Rosensteinpark als grüne Lunge Stuttgarts und verbindet den Schlossgarten mit dem Killesberg. Er ist ideal für ausgedehnte Sonntagsspaziergänge und bietet weite Rasenflächen, einen Spielplatz und künstlich angelegte Lagunen für Picknicks. Dabei ist nirgends in Deutschland die Wahrscheinlichkeit höher, einen Hasen hoppeln zu sehen. Denn der Rosensteinpark hat mit über 170 Feldhasen pro Quadratkilometer die höchste Hasendichte Deutschlands. Das im Schloss Rosenstein untergebrachte Staatliche Museum für Naturkunde lädt außerdem zu spannenden Entdeckungen ein. Zudem beherbergt der Park das Museum am Löwentor, wo Funde aus der Vorzeit Südwestdeutschlands bestaunt werden können. Die Pflege der Grünflächen liegt dabei in den Händen der Wilhelma.

Der Schlossgarten mitten in der Stadt

Direkt angrenzend an den Rosensteinpark findet man den Unteren Schlossgarten, der den Auftakt zu einer weitläufigen, über 60 Hektar großen Parkanlage bildet. Die ehemals königlichen Schlossgärten, deren Ursprünge auf das frühe 19. Jahrhundert zurückgehen, gliedern sich in drei Bereiche: den Oberen, Mittleren und Unteren Schlossgarten. Im Oberen Schlossgarten befinden sich das renommierte Staatstheater und der Landtag sowie am Rand der Schlossplatz. Der Mittlere Schlossgarten bietet ebenso wie die Platanenallee im Unteren Schlossgarten, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist, eine grüne Lunge im Herzen der Stadt. Im Unteren Schlossgarten finden sich zudem die Mineralbäder Leuze und Berg. Die gesamte Anlage, von historischen Bäumen und weiten Wiesenflächen durchzogen, ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Seen, Wasserspielen und Spielplätzen, das besonders an Wochenenden viele Besucher anzieht.

Die Parkanlage Villa Berg

Im Stuttgarter Osten lädt die denkmalgeschützte Parkanlage Villa Berg zu entspannten Spaziergängen ein. Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommerresidenz des württembergischen Kronprinzen Karl angelegt, erstreckt sich der rund 24 Hektar große Landschaftspark über die Anhöhe des Höllschen Brühls. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Villa Berg zwar zerstört, jedoch anschließend vereinfacht wieder aufgebaut. Durch eine üppige Baumlandschaft lässt sich der Spaziergang auch im Sommer gut im Schatten durchführen.

Tolle Aussichten vom Weißenburgpark

Der Weißenburgpark, einst ein privates Anwesen mit einer Villa, die nach Kriegsschäden abgerissen wurde, ging 1956 in städtischen Besitz über und wurde zur Bundesgartenschau 1961 als öffentliche Grünanlage gestaltet. Ein besonderes Highlight des Parks ist das erhaltene Teehaus, das heute ein Café mit Biergarten beherbergt. Von dessen Aussichtsterrasse genießen Besucher einen der beeindruckendsten Panoramablicke auf die Stuttgarter Innenstadt. So ist der Park ein ausgezeichneter Ort, um einen entspannten Sommernachmittag mit Aussicht zu verbringen. Möchte man seinen Spaziergang nach Etappen mit Zwischenzielen strukturieren, finden Interessierte im Artikel Schöne Panoramastraßen für Spaziergänge in Stuttgart neben einer Route durch den Weißenburgpark auch andere Vorschläge.

Der Kurpark in Bad Cannstatt

Der Kurpark in Bad Cannstatt, vor über 200 Jahren um eine Mineralwasserquelle angelegt, ist heute eine grüne Oase, die Erholung verspricht. Der Park teilt sich in einen Oberen und Unteren Kurpark. Im oberen Teil kann man umgeben von alten Bäumen und Wiesenflächen im englischen Stil spazieren gehen. Oberhalb des Kursaals befindet sich außerdem ein Plateau, von dem aus man eine schöne Aussicht genießt. Dahinter befinden sich zudem ein Biergarten und eine Minigolfanlage. Die unteren Kursaalanlagen bieten eine prächtige Sicht auf den frisch renovierten Kursaal und das Reiterdenkmal Wilhelm I., ergänzt durch die Trinkbrunnen Lautenschlager und Juno, aus denen frisches Mineralwasser sprudelt.

Spazieren mit Höhenmetern auf der Karlshöhe

Die Karlshöhe, ein vergleichsweise kleiner Park auf einem Hügel, der Stuttgarts Süden vom Westen trennt, bietet trotz seiner überschaubaren Größe einen lohnenswerten Aufstieg. Wer hier einige Höhenmeter in Kauf nimmt, wird mit einer grandiosen Aussicht auf die Innenstadt und den Fernsehturm belohnt. Neben einem versteckten Spielplatz zwischen den Bäumen wartet ein Biergarten am höchsten Punkt des Hügels auf durstige „Bergsteiger“ und macht den kurzen, aber anspruchsvollen Spaziergang zu einem genussvollen Erlebnis für alle, die eine schnelle Panoramaaussicht suchen.

Die Hohenheimer Gärten mit besonderer Pflanzenvielfalt

Die Hohenheimer Gärten umrahmen das Schloss Hohenheim, in dem heute eine Universität untergebracht ist, und laden auf einem 30 Hektar großen Gelände zu einer botanischen Entdeckungsreise ein. Über 8000 Pflanzenarten, darunter Gewächse wie gelbblühende Magnolien, Mammutbäume und Gingkos, erwarten den Besucher. Möglicherweise ist das auch gar kein so guter Tipp für einen schnellen Spaziergang, da man hier alle paar Meter anhält, um die immense Pflanzenvielfalt zu bestaunen. Der Exotische Garten, einst Englischer Garten Herzog Carl Eugens, beherbergt historische Bauwerke wie das Spielhaus und das Römische Wirtshaus. Der jüngste Teil ist der Landschaftsgarten, der mit überraschenden Wegen, vielfältiger Flora und schönen Aussichtsmöglichkeiten punktet. Plaketten geben Auskunft über die beeindruckende Baumvielfalt.

Ein Spaziergang durch die Erdgeschichte im Travertinpark

Ein ganz besonderes Naherholungsgebiet und zugleich Freilichtmuseum ist der Travertinpark im Stadtteil Hallschlag. Hier, wo einst Römer den lokalen Kalkstein abbauten und bis 2007 industriell Travertin gewonnen wurde, bietet sich heute eine faszinierende Verbindung aus Geologie, Ökologie und Geschichte. Besucher können entlang der Wege Maschinen und Gleistrassen der früheren Steinbrüche entdecken. Der Park dient zudem als Biotop für gefährdete Arten wie Mauer- und Zauneidechsen.


Ob hoch hinaus mit Panoramablick, tief hinein in historische Gärten oder entspannt durch grüne Oasen: Die Stadt bietet für jede Schrittlänge das passende Grün. Damit beweist Stuttgart, dass man in der vermeintlichen Autostadt auch mal einen Gang runterschalten kann.