Ordnung muss sein: Jeder Parkplatz am Leobad hat seine eigene Nummer. Foto: Simon Granville

Die neuen Parkregeln der Stadtwerke Leonberg rund um das Leobad gelten seit September. Hat sich die angespannte Lage dadurch verbessert oder muss noch nachjustiert werden?

Eine neue Parkregelung soll die Situation rund um das Leobad verbessern. Insbesondere während der Freibadsaison und vor allem bei idealen hochsommerlichen Temperaturen herrschte dort immer wieder ein großes Parkchaos. Beete, Gehwege, Rettungswege oder Zufahrten wurden zugeparkt.

 

Stellflächen in diesem Bereich wurden in der Vergangenheit auch immer wieder gerne genutzt, um Fahrzeuge für längere Zeit dort abzustellen. Selbst Müllablagerungen waren keine Seltenheit.

Nun haben die Stadtwerke im Auftrag des Gemeinderats ein neues Konzept entwickelt. Die Regelung, wie das Parken auf den Stellplätzen zwischen der Bruckenbachstraße und der Badstraße sowie auf dem einstigen Park & Ride-Platz in der Berliner Straße jetzt aussehen darf, trat bereits am 1. September in Kraft. Ursprünglich war angedacht, das Parken mit Parkscheibe zwischen 7 und 20 Uhr für maximal acht Stunden zu gestatten. Außerhalb dieser Zeiten sollten dort weder Autos noch Anhänger, auch keine Wohnmobile oder Lastwagen abgestellt werden.

Doch mit einem Parklimit bis 20 Uhr waren die Verantwortlichen des SV Leonberg/Eltingen nicht einverstanden. „Dieser Korridor wäre nicht mit dem Sportbetrieb überein gegangen, der bis 22 Uhr dauert“, sagt Matthias Groß, im Vorstandsteam des SV für Liegenschaften und Technik zuständig. Auch das anschließende Duschen sollte mitberücksichtigt werden. „So wurden in Abstimmung mit dem SV Leonberg/Eltingen die Parkzeiten auf 7 bis 23 Uhr erweitert, um den Sportlern und Besuchern optimale Parkmöglichkeiten während der Trainings- und Veranstaltungszeiten zu bieten“, sagt Frank Mildenberger, der Geschäftsführer der Stadtwerke.

Wer hier parken will, sollte erst einmal die Geschäftsbedingungen lesen. Foto: Simon Granville

Für Matthias Groß ist das eine Lösung, mit der der Verein gut leben könne. „Sonderfälle – es kann sich ja mal jemand verletzen, muss ins Krankenhaus und das Auto bleibt stehen – können wir melden“, sagt Groß. Gerne werde der Parkplatz auch als Treffpunkt für Auswärtsspiele genutzt. „Dann kommt der Bus am Wochenende auch mal erst nachts um drei Uhr zurück.“

Parkplatz an Berliner Straße in Leonberg ist kein offizieller P+R-Parkplatz

Was den Parkplatz an der Berliner Straße betreffe, sei dieser nicht als offizieller P+R-Parkplatz konzipiert. „Die entsprechenden Markierungen wurden bereits bei der Übertragung an die Stadtwerke entfernt. Die Möglichkeit, tagsüber dort zu parken und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, bleibt jedoch bestehen. Die Parkflächen dienen primär den Besuchern des Leobads, des Sportvereins, dem Jugendhaus und teils dem angrenzenden Gewerbe“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke. „Die Stadtwerke haben den Auftrag, eine Bewirtschaftung der Parkflächen Leobad und Berliner Straße vorzunehmen und zu professionalisieren. Dies wird aller Voraussicht nach mit einer Entgeltordnung einhergehen, um einen kostendeckenden Betrieb zu ermöglichen und die Verkehrssicherung ganzjährig zu gewährleisten.“

Nach sorgfältiger Prüfung besteht laut Frank Mildenberger zum derzeitigen Stand „kein erkennbarer Bedarf für Nachtparken. Das Parkraumkonzept befindet sich in der weiteren Ausarbeitung, wobei die Bedarfe – insbesondere von Leobad-Besuchern, SV Leonberg/Eltingen sowie dem angrenzenden Gewerbegebiet – soweit es die Flächen zulassen, Berücksichtigung finden sollen“.

Kritik am Nachtparkverbot am Leobad

Nicht alle sind mit dem neuen Konzept zufrieden. Die Junge Union (JU) Leonberg beispielsweise kritisiert das neue Nachtparkverbot am Leobad scharf. „Ein Nachtparkverbot auf riesigen, fast leeren Flächen mitten in der Stadt ist schlicht unverständlich. Statt Probleme zu lösen, schafft die Stadt neue – auf Kosten der Anwohner, Pendler und Vereine“, sagt Loris Zimmermann, Mitglied der JU Leonberg.

„Es ist absurd, leere Parkplätze zu sperren und damit die ohnehin schon engen Straßen in der Umgebung unnötig zu belasten. Wer denkt sich so einen bürgerfernen Unsinn aus? Die Parkplätze stehen jetzt nachts einfach leer. Statt Lösungen zu schaffen, erschwert man den Bürgerinnen und Bürgern das Leben – das ist schlicht unlogisch und unverantwortlich“, ergänzt Leon Muhammad, Vorsitzender der JU Leonberg. Die Junge Union fordert die Stadtwerke und die Stadtverwaltung Leonberg auf, das Nachtparkverbot zu überprüfen und ein intelligentes, transparentes Parkraummanagement vorzulegen.

Stadtwerke laden zum Dialog über Parkregeln rund ums Leobad ein

„Wir laden alle Interessierten ein, sich am Dialog über die weitere Entwicklung des Parkraumkonzepts zu beteiligen“, erklärt der Stadtwerke-Geschäftsführer Mildenberger. „Unser Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen aller Nutzergruppen gerecht werden und die Zweckbestimmung der Parkflächen optimal widerspiegelt.“