Nach der Empfehlung des Bezirksbeirats kostet Parken bald auch im südwestlichen Zipfel Heslachs Geld. Foto: Jürgen Brand

Die Ausweitung des Parkraummanagements löst im im Bezirksbeirat eine kontroverse Diskussion über dieVerlagerung der Pendlerströme in andere Gebiete.

Stuttgart - Das Meinungsbild über die Ausweitung des Parkraummanagements im Süden, das die Stadt vom Bezirksbeirat wünscht, ist knapp. Mit zehn Ja- und sechs Nein-Stimmen votierte das Gremium bei seiner jüngsten Sitzung für die Ausdehnung auf das Gebiet zwischen Benckendorf- und Müllerstraße als Anschluss an die Zonen S 5 und S 4(2). Die neue Zone soll sich bis zum Sandweg und der Seilbahnstraße sowie über die Burgstallstraße hinaus erstrecken.

Durch die Verdrängung des Parksuchverkehrs aus den Bereichen S 4 (2) und S 5, die beide seit dem 1. Juni dieses Jahrs gelten, habe sich der Parkdruck in südwestlicher Richtung verlagert, referierte Bezirksvorsteher Raiko Grieb die jüngsten Daten der Stadt. Um 23 Uhr sei in dem fraglichen Gebiet eine Auslastung der Parkplätze von 100,3 Prozent gemessen worden, um zehn Uhr vormittags von 85,4 Prozent.

Der Parkdruck im Süden ist geringer als im Westen

Im Bezirksbeirat war vor der Sommerpause auch darüber diskutiert worden, ob das Gebiet S 6 bis zur Leonberger Straße ausgeweitet werden solle. Dort sei die Zahl der parkenden Wagen jedoch so gering, dass nicht von Parkdruck gesprochen werden könne, so die Erhebung. Deshalb beschränkt sich die jetzt ausgesprochene Empfehlung an den Ausschuss für Technik und Umwelt auf die Ausweitung des Parkraummanagements bis zum Sandweg in der ursprünglich vorgeschlagenen Form.

Dennoch regte sich bei den Vertretern der konservativen Parteien heftiger Widerspruch gegen die Zone S 6. Roland Petry (CDU) betonte, dass die Christdemokraten dem Parkraummanagement immer kritisch gegenüber gestanden seien. Der Parkdruck im Süden sei viel geringer als im Bezirk West. „Ich sage völlig emotionslos: wir sollten das hier nicht machen“, so Petry. Hans-Dieter Meißner (Freie Wähler), riet ebenfalls davon ab, weil es seiner Ansicht nach noch keine verlässlichen Zahlen für den erhöhten Parkdruck in S 6 gebe. „Erst vor drei Monaten wurde S 5 eingeführt. Wir sollten erst abwarten“, riet er.

Wohngebiet könnte als Park-and-Ride-Platz missbraucht werden

Florian Pitschel (Grüne) betonte, dass die Ausweisung der neuen Zonen S 4 und S 5 zu der Situation im vorgesehenen Gebiet S 6 führe. „Wir sollten deshalb den Leuten dort einen Ausgleich bieten“, sagt er. Es müsse vermieden werden, dass die Pendler ihre Wagen abstellen und von hier aus mit der Stadtbahn in die City fahren. „Von hier aus gilt noch eine Zone bei der VVS.“ Auch Michael Knödler (SÖS/Linke) befürchtet, dass das Wohngebiet von Pendlern als Park-and-Ride-Gebiet missbraucht werden könnte und Ulrike Holch (SPD) prophezeite, dass der „letzte Zwickel“ – also die Leonberger Straße und der Nachtigallenweg – die Verdrängung abkriegen werde. Wolf-Dieter Wieland (FDP) schimpfte, dass das Parkraummanagement vor allem nachts nichts gebracht habe. „Das Problem wird immer nur verlagert“, sagte er. „Die Pendler in S 6 sind gar nicht da. Wir bestrafen damit nur die Bürger.“ Waltraut Schwollius aus Kaltental (CDU) gab ihm recht: „In Kaltental gibt es zwischen sieben und 18 Uhr keine Parkplätze mehr, seit in Heslach das Parkraummanagement eingeführt wurde.“

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