Die zugewucherte Karlshöhe Foto: factum/Bach

Für eine intensive Pflege der Grünflächen fehlt das Geld. Die Stadt versucht, sie nach und nach aufzuwerten.

Stuttgart - Ein paar entscheidende Dinge, die aus einer grünen Fläche eine Parkanlage machen, fehlen im unteren Klingenbachtal noch. Dazu gehören der Rasen, der Kletterfelsen und die Bewegungsgeräte für Jung und Alt. „Entweder vor den Sommerferien oder gleich danach werden wir die Einweihung feiern“, sagt Karl-Heinz Lehrer vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Vor allem die Bewohner des Stuttgarter Ostens freuen sich über die zusätzliche Grünanlage, die noch vor wenigen Jahren eine verwilderte und zugewucherte Brachlandschaft war. Mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Sanierungsprogramm konnte die Stadt die Anlage herrichten. 390 000 Euro kostet die Umgestaltung.

Nur wenige Meter entfernt in der Klingenbachanlage sind die Gärtner ebenfalls sehr beschäftigt. Bis Juni soll der Park auf Vordermann gebracht worden sein. Die Auszubildenden des Gartenamtes haben neue Beete angelegt, das dichte Strauchwerk gelichtet, neuen Rasen gesät und altes Wurzelwerk entfernt. Über zwei Jahre haben die Arbeiten gedauert, mit dem Ziel „aus dem halben Wald, den wir dort hatten, eine ansehnliche Grünanlage zu machen“, wie es Karl-Heinz Lehrer formuliert. Parallel dazu wird an dem Spielplatz in der Klingenbachanlage eine Wasserpumpe installiert. „Zu Pfingsten sind wir fertig – und die Kinder haben dann etwas zum Matschen“, so Lehrer.

Wenn im Frühjahr die Tage wärmer werden und es die Menschen nach draußen zieht, müssen die Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes die Grünanlagen in Ordnung gebracht haben. „Das beginnt schon im Winter mit dem Rückschnitt“, sagt Amtsleiter Volker Schirner. Im Frühjahr wird dann noch gemäht. Kontrolliert werden auch die Mülleimer und Bänke.

Vier Millionen pro Jahr für die Pflege

Zu Vermüllung kommt es meistens, wenn die Temperaturen noch weiter ansteigen und die grünen Plätze intensiv genutzt werden. Gehört ein Spielplatz zu einer Grünanlage, kommen städtische Mitarbeiter einmal pro Woche zur Pflege und Kontrolle. Wie häufig die Wiesen gemäht werden, hängt von der Nutzungsintensität ab. „Der Stadtgarten in Mitte wird beispielsweise alle sechs bis acht Wochen gemäht“, sagt Schirner. Bei weniger frequentierten Grünanlagen würde man gezielt die Natur bis zu einem gewissen Grad sich selbst überlassen und entsprechend seltener mähen.

Für die Grünpflege solcher Anlagen stehen dem Amt jährlich vier Millionen Euro zur Verfügung. Diese verteilen sich in etwa zu gleichen Teilen auf die vier Planungsgebiete, die sich in Mitte, Nord, Filder und Neckar untergliedern. Für eine intensivere Pflege und Umgestaltung wie derzeit in der oberen Klingebachanlage gibt es kein Extrabudget. „Da setzen wir unsere Prioritäten“, sagt Schirner.

Parkanlagen sukzessive aufwerten

Der Amtsleiter will die Parkanlagen in Stuttgart nach und nach wieder aufwerten. „Wir haben ein grünes Erbe in der Stadt, das wir erhalten müssen“, so Schirner. Allerdings habe die gestalterische Qualität in den vergangenen Jahren stark abgenommen, was auch auf die Haushaltsbeschlüsse zurückzuführen sei. „Oft können wir Wege nur auf die Verkehrssicherheit hin prüfen, nicht aber auf die Optik.“ Auch Bäume und Sträucher könnten nicht immer in dem Maße zurechtgeschnitten werden, wie es sein sollte. „Die Karlshöhe war beispielsweise total verwildert“, sagt er. So wurde, bevor der Fokus sich auf das Klingenbachtal richtete, von Mitte 2011 an auf der Karlshöhe aufgeräumt. „Jetzt existieren dort wieder Sichtachsen auf die Stadt“, so Schirner. Mitgeholfen hat wieder einmal der Verschönerungsverein. Die Ehrenamtlichen pflanzten zwei Bäume und brachten das Wasser im Pallas-Athene-Brunnen wieder zum Sprudeln.

Die Liste der Parks, die aufgewertet werden müssen, ist lang. „Die Wege am Weißenburgpark müssen instand gesetzt werden und nach dem Aussichtsplatz an der Uhlandshöhe muss häufiger gesehen werden“, so Schirner. Dringlich sei auch die Umgestaltung des Stadtgartens. „Aber da gibt es nach Jahren ja nun auch Planungsabsichten.“

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