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Fürs Parken in Stuttgart müssen die Autofahrer tiefer in die Tasche greifen. Am 1. April will die Stadt die Tarife für ihre Parkplätze im Zentrum um bis zu 21 Prozent erhöhen.

Stuttgart - Fürs Parken in Stuttgart müssen die Autofahrer tiefer in die Tasche greifen. Am 1. April will die Stadt die Tarife für ihre Parkplätze im Zentrum um bis zu 21 Prozent erhöhen, von 1. Januar 2011 an auch in Außenbezirken mehr verlangen. Fast eine Million Euro pro Jahr sollen zusätzlich in die Stadtkasse fließen.

Der Preisaufschlag an Parkautomaten und Parkuhren sowie an den Kassenautomaten der städtischen Parkhäuser kommt nicht mehr wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Schon bei den Haushaltsberatungen Ende 2009 war von der Mehrheit im Gemeinderat ein entsprechendes Ziel beschlossen worden. Wie sich der Plan auf die einzelnen Tarife auswirken würde, war damals noch unklar.

Am heutigen Dienstag will die Verwaltung dem Umwelt- und Technik-Ausschuss dies nun aber darlegen. Am Donnerstag wird der Gemeinderat das letzte Wort dazu haben. Es wäre eine faustdicke Überraschung, wenn er sich der Preiserhöhung doch noch verweigern würde.

Die Autofahrer müssen an allen Fronten mit Preisanhebungen bei Parkgebühren rechnen. Die Stadt will damit in etwa die durchschnittlichen Preissteigerungen für Bus- und Stadtbahn-Fahrkarten in den Jahren 2005 bis 2010 nachvollziehen. Die Preise für Fahrkarten stiegen in dieser Zeit im Schnitt um 18,3 Prozent. Bei den Parkgebühren schlägt die Verwaltung jetzt freilich sogar bis zu 21 Prozent mehr vor. Konkreter: beim Parken am Straßenrand im Stadtzentrum. Mit strengen Kontrollen könne man die Erlöse um 17 bis 18 Prozent steigern, glaubt die Verwaltung.

Stadt strebt 500.000 Euro Mehrerlöse an

An den Parkuhren und Parkautomaten im Zentrum sollen die Autofahrer vom 1. April an mindestens 60 statt 50 Cent bezahlen müssen und dafür 14 statt 13 Minuten parken dürfen. Mit jedem Zehn-Cent-Stück, das zusätzlich eingeworfen wird, erhöht sich die Parkzeit um zwei Minuten. Wer den Maximalbetrag von drei Euro einwirft, darf 62 Minuten parken. Bisher bezahlt er für 63 Minuten 2,50 Euro. Die vorgeschlagene Regelung soll nach dem Willen der Verwaltung in der kompletten Gebührenzone 2 gelten, die etwa von der Liederhalle bis zur Olgastraße und von der Schillerstraße bis zu Paulinenstraße reicht.

Außerhalb der Gebührenzone2 möchte die Verwaltung die Preiserhöhungen erst Anfang 2011 vollziehen. Das liegt daran, dass im Stuttgarter Westen am 1. März 2011 ein sogenanntes Parkraummanagement mit Vorteilen für Anwohner eingeführt werden soll. Deshalb sei es wirtschaftlicher, im Westen 2010 noch nicht umzustellen. Von 2011 an soll der Stundentarif dann aber in der kompletten Gebührenzone1 - außerhalb des Stadtzentrums - um zehn auf 60 Cent steigen. Auch mit dieser Regelung würden die angepeilten 18,3 Prozent übertroffen, gibt die Verwaltung zu. Ganz genau lasse sich der Zielwert nicht bei allen Tarifen umsetzen, zumal man daran festhalten will, dass auch künftig mit Fünf-Cent-Stücken keine zusätzliche Parkzeit zu erkaufen ist.

Bei den städtischen Parkhäusern und Parkplatzanlagen will die Verwaltung davon absehen, die Gebühr für die erste Stunde von zwei Euro zu erhöhen. Die Autofahrer sollen weiterhin einen Anreiz haben, ins Parkhaus zu fahren und nicht am Straßenrand zu parken.

Wer im Parkhaus drei Stunden parkt, soll von 1. April 2010 an sieben Euro (bisher: 5,20 Euro) bezahlen. Für fünf Stunden werden zwölf Euro (8,40 Euro) verlangt - eine Steigerung um 42,86 Prozent. Der ganze Tag soll 22 Euro (18) kosten. Als Abendtarif für die Zeit von 19 bis 6 Uhr möchte die Verwaltung künftig fünf statt drei Euro verlangen. Die Mehrzahl der privaten Parkhäuser habe den Fünf-Euro-Tarif schon eingeführt. Im Durchschnitt würden sich die Tarife in den Parkhäusern um 19,87 Prozent verteuern. Überlegungen, die Parkhausgebühren im Schnitt um bis zu 36 Prozent zu erhöhen, wollte die Verwaltung dann doch nicht vorschlagen.

Insgesamt strebt sie bereits 2010 nach Abzug der Umstellungskosten eine halbe Million Euro Mehrerlöse an. Für 2011 erhofft sie sich netto 780.000 Euro mehr, danach rund 920.000 Euro pro Jahr.

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