Teile des Parkhauses über der S-Bahn in Echterdingen sind bereits heute aus Sicherheitsgründen gesperrt. Foto: Norbert J. Leven

Die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen müssen wegen Mängeln zwei Parkhäuser sanieren. In einem Fall ist mit mehreren Millionen Euro an Kosten zu rechnen.

Echterdingen - Die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen müssen in den nächsten Jahren eine noch nicht näher zu beziffernde Summe in die Sanierung der Tiefgarage unter der Zehntscheuer und des Parkhauses über dem S-Bahnhof investieren. Dabei ist vor allem die zweitgenannte Abstellanlage bei den Kosten ein Unsicherheitsfaktor. Nur eines weiß der Stadtwerke-Chef Peter Friedrich schon heute: „Die Gesamtsanierung wird mehrere Millionen Euro kosten.“

Vergleichsweise glimpflich dürften die Stadtwerke als Betreiber der Tiefgarage unter der Zehntscheuer davonkommen. Die Kosten für eine Sanierung der Immobilie, die seit circa 20 Jahren im Besitz des kommunalen Eigenbetriebs ist, veranschlagt der kaufmännische Geschäftsführer auf eine halbe Million Euro. Reparaturbedürftig ist der Betonboden insbesondere auf dem oberen Parkdeck. Dort macht Salzfraß großen Ärger. Weil beim Bau der Tiefgarage auf eine Entwässerung verzichtet worden war, tropft im Winter Salzwasser auf den Boden und dringt von dort in den Beton ein.

Beton wird instand gesetzt

Ein Gutachter hat ermittelt, dass das obere Parkdeck stark chloridbelastet ist. Das führe dazu, dass sich der sogenannte Bewehrungsstahl im Beton nach und nach auflöst, erläutert Friedrich. Als Gegenmaßnahme hat der zuständige Ausschuss des Gemeinderats einstimmig eine Betoninstandsetzung und ein Oberflächenschutzsystem sowie den Einbau einer Entwässerungseinrichtung genehmigt. Die Kosten dafür beziffert der Gutachter auf 500 000 Euro.

Friedrich will die Arbeiten im nächsten Jahr abschnittsweise durchführen lassen. Ein Zeitpunkt dafür stehe noch nicht fest, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Eine Vollsperrung der Tiefgarage, in der 97 von 159 Stellplätzen dauerhaft genutzt werden, sei für mehrere Monate nicht denkbar. Wohin die Dauerparker ausweichen sollen, müsse noch besprochen werden, sagt Friedrich.

Rutsch in die Verlustzone

Anbieten würde sich das nicht weit entfernte Parkhaus über der S-Bahn. Dort könnten 303 Autos parken, etwa zwei Dutzend Stellplätze sind zurzeit aber bereits sicherheitshalber gesperrt. P+R-Nutzer sowie Dauerparker belegen etwa 140 Plätze. Zurzeit wirft dieses Parkhaus bis zu 30 000 Euro Ertrag im Jahr ab. Alle anderen P+R-Anlagen an den Stationen in der Stadt seien jedoch defizitär, sagt Friedrich. Auch beim S-Bahn-Parkhaus werde man mit dem Einstieg in eine Sanierung Verluste schreiben.

Eine Überholung ist dringlich, weil die Anlage heutigen Sicherheitsanforderungen nur zum Teil genügt (wir berichteten). Insbesondere die Durchbruchsicherheit an den Außenwänden erscheint mangelhaft. 120 000 Euro kosten Sofortmaßnahmen, damit der Betrieb weitergehen kann.

Gespräche mit der Bahn erforderlich

Richtig ins Geld gehen dürfte jedoch die weitere Sanierung. Auch im P+R-Parkhaus ist die dort nur nur wenige Zentimeter dicke Betonfahrbahn von Salzrückständen angegriffen. Eine übliche Sanierung unter Einsatz von Hochdruck-Wasserstrahlen, erscheint laut Friedrich riskant. Ein Durchbrechen der Decke müsse wegen des S-Bahn-Betriebs vermieden werden. Dazu kommt noch, dass auch das Metallgerüst des Parkhauses stellenweise rostet und die Auf- und Abfahrten für heutige Fahrzeuge eigentlich viel zu eng sind. „Gespräche mit der Bahn sind in Vorbereitung.“

Die Stadtwerke, sagt Friedrich, können zurzeit noch nicht sagen, wann und in welcher Form renoviert wird oder ob es sogar zu einem Neubau kommt. Einen Auftrag hat der Geschäftsführer aus dem Fachausschuss mitgenommen: Er muss alle möglichen Varianten untersuchen, ehe eine Entscheidung fällt. „Ich werde Ihnen keine Denkverbote auferlegen“, sagte Oberbürgermeister Roland Klenk.

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