Nach der Einführung von Parkgebühren an der Esslinger Burg wird der Platz kaum noch genutzt. Die Stadt will den Tarif senken, doch viele Räte fordern eine andere Lösung.
Wie soll das Parken an der Esslinger Burg künftig geregelt werden? Das ist weiter unklar. Nachdem die Stadt Anfang des Jahres überraschend Parkscheinautomaten auf dem Parkplatz an der Mülbergerstraße aufgestellt hatte, war Kritik laut geworden. Mit einem günstigeren Parktarif wollte die Stadt nun gegensteuern – doch die Stadträte im Verwaltungsausschuss zeigten sich davon wenig überzeugt. Sie fordern eine andere Lösung.
Der Parkplatz an der Burg ist schon länger in der Diskussion. Weil das Parken dort lange kostenfrei war, stellten viele auch längerfristig ihr Auto ab. Das hatte zur Folge, dass für Besucher von Veranstaltungen auf der Burg meist kaum noch freie Stellplätze zur Verfügung gestanden hatten. Um dem entgegenzuwirken, stellte die Stadt Anfang des Jahres Parkscheinautomaten auf. Nun kostet das Parken zwischen 8 und 19 Uhr je angefangene halbe Stunde 1,25 Euro. Die maximale Parkdauer beträgt sechs Stunden.
Parkgebühren schrecken nicht nur Dauerparker an Esslinger Burg ab
Damit wurden zwar nun die Dauerparker abgeschreckt – aber offenbar auch fast alle anderen Nutzerinnen und Nutzer des Parkplatzes. Denn nun herrsche gähnende Leere auf der Fläche vor der Burg, kritisierten mehrere Stadträtinnen und Stadträte in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses. „Der ganze Parkplatz ist leer, das ist ja auch keine Lösung – dann brauchen wir diesen Parkplatz nicht“, kritisierte etwa Carmen Tittel, Fraktionschefin der Grünen im Esslinger Gemeinderat.
Dass die Stadt den Parkplatz an der Burg jetzt bewirtschaftet, sorgt offenbar für großen Unmut bei den Bürgerinnen und Bürgern. Das haben auch die Stadträtinnen und Stadträte zu spüren bekommen, die im Verwaltungsausschuss von zahlreichen Beschwerden berichteten. Insbesondere Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten brächten, seien erbost darüber, für das kurze Abstellen des Autos zahlen zu müssen, hieß es.
Stadt schlägt neue Parkgebührenzone an Esslinger Burg vor
Um Abhilfe zu schaffen, hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, eine neue Parkgebührenzone III mit einem niedrigeren Tarif einzuführen. In dieser Zone sollte eine Gebühr von 50 Cent je angefangene halbe Stunde gelten und damit ein deutlich niedrigerer Tarif als in Parkgebührenzone I mit 1,50 Euro je angefangene halbe Stunde, die in der Innenstadt gilt, und Parkgebührenzone II mit 1,25 Euro je angefangene 30 Minuten, die für das übrige Stadtgebiet gilt. Lediglich in der Parkgebührenzone S beim Schulzentrum in der Alleenstraße ist der Tarif mit 25 Cent je angefangene halbe Stunde noch geringer.
Doch im Verwaltungsausschuss zeigten sich die Stadträte wenig überzeugt von der neuen Parkgebührenzone am Burgparkplatz. Das Dauerparken könne man schließlich auch mit einer Parkscheibenregelung verhindern, so die einhellige Meinung im Gremium. Oberbürgermeister Matthias Klopfer schlug alternativ einen sehr geringen Tageshöchstsatz auf dem Parkplatz vor mit dem Argument, dass auch anderswo in der Stadt Eltern beim Bringen ihrer Kinder Parkgebühren zahlen müssten.
CDU fordert Parkscheibenregelung für Esslinger Burg
Als CDU-Fraktionschef Tim Hauser daraufhin kurzerhand den Antrag stellte, eine Parkscheibenregelung für den Parkplatz an der Burg einzuführen, regte der OB an, das ganze Thema noch einmal neu zu betrachten. Man einigte sich darauf, dass die Stadtverwaltung die Argumente und Ideen mitnehmen und in einen neuen Vorschlag einfließen lassen solle, der zeitnah präsentiert werden soll. Damit zeigten sich alle einverstanden.