Durch den Wegfall der Parkplätze am Karlsplatz vor dem Dorotheen-Quartier haben die Standbetreiber Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. 2025 sollen weitere Stellplätze wegfallen. CDU, FDP und Freie Wähler sehen nur eine Lösung.
Der gesamte Bereich innerhalb des City-Rings in Stuttgart soll in den nächsten Jahren umgestaltet werden. Neben Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr soll auch der Pkw-Verkehr, der stark vom Parksuchverkehr geprägt ist, reduziert werden. Dazu hat der Gemeinderat 2021 das Konzept „Lebenswerte Innenstadt“ auf den Weg gebracht. Eine tragende Säule des Konzepts ist, rund 360 oberirdische Parkplätze zu streichen.
Volle Innenstadt, leere Kassen
Ein Konzept, das der Einzelhandel seit dem Grundsatzbeschluss vor drei Jahren mit gemischten Gefühlen verfolgt und das er nun - mit den Erfahrungen während der Fußball-EM – harsch kritisiert. „Rappelvolle Innenstadt, aber weniger Umsatz“, so die Bilanz vieler Geschäfte. Die Beschicker der Markthalle bezeichneten die vier Wochen sogar als „Vollkatastrophe“.
Alarmstufe Rot herrscht deshalb im bürgerlichen Lager des Gemeinderats, denn CDU, FDP und Freie Wähler sorgen sich massiv um die Zukunft der Markthalle. „Leider trügt das schöne Erscheinungsbild der Markthalle mittlerweile“, heißt es in einem Antrag. Bereits durch den Wegfall der Parkplätze am Karlsplatz vor dem Dorotheen-Quartier hätten die Standbetreiber der Markthalle spürbare Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Da 2025 die restlichen Parkplätze vor dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude auch noch wegfallen sollen, gehe bei den Händlern Existenzangst um, da viele weitere Umsatzrückgänge offenbar nicht mehr kompensieren können.
„Einen bitteren Vorgeschmack auf das Szenario ohne Parkplätze hat die zurückliegende Fußball-Europameisterschaft geliefert, als die Zufahrt zur Markthalle für Autos gesperrt war“, so die Antragsteller. Von rund 50 Prozent Umsatzeinbußen berichteten die Händler, die zudem kritisieren, dass die Stadtverwaltung derzeit häufiger die noch vorhandenen Parkplätze ohne Vorankündigung den ganzen Tag sperrte.
Parkplätze statt Sitzsteine
„Für uns ist klar, dass wir die Händler in der Markthalle, aber auch die Marktbeschicker auf dem Wochenmarkt nicht sehenden Auges in die Existenzbedrohung laufen lassen können“, darin sind sich CDU, FDP und Freie Wähler einig. Der Gemeinderat müsse beim Beschluss zur „Lebenswerten Innenstadt“ gegensteuern und eine Ausnahme für die Parkplätze vor der Markthalle genehmigen – und zwar nicht nur für die noch bestehenden. Das bürgerliche Lager fordert zudem, die bereits weggefallenen Parkplätze am Karlsplatz vor dem Dorotheen-Quartier, auf denen „nur unbequeme Gittersitzbänke und riesige Sitzsteine“ stehen, wieder herzustellen. Zugleich solle sich die Verwaltung Gedanken darüber machen, wie die Aufenthaltsqualität im Vorfeld der Markthalle erhöht werden kann – neben der Bereitstellung von Parkplätzen.