Cineastische Freuden treffen auf Chaos im Parkhaus: Warum es im Traumpalast Leonberg nach dem Abspann oft eng wird – und was das Kino dagegen unternimmt.
Ein Besuch im Traumpalast Leonberg verspricht großes Kino. Doch sobald der Abspann läuft, beginnt für viele Besucher der nervigste Teil des Abends: lange Schlangen an den Parkautomaten, stockender Verkehr im Parkhaus, volle Gänge. Besonders an Wochenenden, wenn mehrere Blockbuster zur gleichen Zeit enden, kommt es regelmäßig zu langen Schlangen in Kino und Parkhaus.
Für manche Gäste endet der Kinoabend damit weniger entspannt, als er begonnen hat. Doch muss das so sein? Wie viel Einfluss haben Kinobetreiber tatsächlich auf die Vorstellungszeiten der Filme – und gibt es Möglichkeiten, dem Verkehrschaos zu entgehen?
Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt der Traumpalast, dass die Vorstellungszeiten keineswegs willkürlich gesetzt werden – sondern das Ergebnis einer komplexen Logistik sind. „Die Planung und zeitliche Staffelung der Vorstellungen basiert auf einer Vielzahl interner Faktoren, die sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen“, heißt es. Bei solchen internen Faktoren handelt es sich beispielsweise um Aufgaben wie die Putzzeiten zwischen den Vorstellungen, den Personaleinsatz, die Abläufe an Einlass und Snacktheke sowie technische Voraussetzungen. Auch externe Vorgaben spielen eine Rolle – etwa durch Filmverleiher, die bestimmte Spielzeiten vorschreiben, oder durch die Lauflänge der Filme.
Viele Gäste und nur ein Parkhaus
Weil so viele Faktoren im Spiel sind, ist es manchmal nicht so einfach in der Praxis eine optimale Lösung zu finden. So verständlich der Wunsch nach einer gestaffelten Auslassung der Besucher sei – „eine vollständige Entzerrung ist trotz intensiver Planung leider nicht immer möglich“, so Tobias Mattl, Marketingchef der Lochmann Filmtheaterbetriebe, unter deren Dach auch der Traumpalast geführt wird.
Ein weiterer Punkt, der regelmäßig für Frust sorgt: das Parkhaus. Wer das Kino nach einem ausverkauften Film verlässt, findet sich nicht selten in einer Blechkolonne wieder, die sich nur langsam zur Schranke bewegt – oder muss sich geduldig in die Schlange vor den wenigen Parkautomaten einreihen. Wer es eilig hat, braucht starke Nerven. Zwar liegt der Betrieb des Parkhauses nicht in der Verantwortung des Kinos, doch ganz aus der Pflicht nimmt man sich in Leonberg nicht. „Das Parkhaus wird nicht von uns betrieben. Dennoch arbeiten wir kontinuierlich mit allen Beteiligten an Optimierungen“, teilt das Kino mit. Dazu zählen zusätzliche Kassenautomaten ebenso wie die Einführung eines QR-Code-Systems, das die Ausfahrt beschleunigen soll. Über weitere technische Verbesserungen stehen Betreiber und Traumpalast aktuell im Austausch.
Wer dem Andrang im Parkhaus entgehen möchte, findet auf der Website des Kinos Hinweise zu alternativen Parkmöglichkeiten. So empfiehlt das Kino etwa das angrenzende Industriegebiet oder die Parkplätze am Leonberger Freibad. Die Fußwege zurück zum Traumpalast dauern von dort aus jeweils rund zehn Minuten. Diese Parkalternativen könnten zumindest dazu beitragen, den Automassen etwas zu verringern. Fraglich bleibt jedoch, wie viele Besucher und Besucherinnen tatsächlich darauf ausweichen.
Ein Kino kommt selten allein?
Bei einem Kinokomplex dieser Größe ist es nicht ungewöhnlich, dass es besonders an den Wochenenden voller wird. Doch nicht nur das Kino allein zieht die Besucher an. In Leonberg kommt hinzu, dass das Kino nicht isoliert steht. Zum Gebäudekomplex gehören ein Bowlingcenter und mehrere Gastronomiebetriebe – beliebte Anlaufpunkte für Leonberg und Umgebung, die aber natürlich zusätzlich für Verkehr und Andrang sorgen.
Der Traumpalast Leonberg bleibt ein Publikumsmagnet mit moderner Technik, riesiger Filmauswahl und einem der größten IMAX-Säle Europas. Die Kinobetreiber zeigen sich bemüht, die Abläufe im Hintergrund weiter zu optimieren. Ganz vermeiden lässt sich der Andrang dennoch nicht, eine schnelle und wirksame Lösung scheint schwierig zu sein. Für Besucher bedeutet das vor allem: frühzeitig kommen, Geduld mitbringen – und vielleicht nicht immer den letzten Abendfilm wählen. Denn während der Abspann im Saal noch läuft, beginnt draußen schon das kleine Verkehrschaos.