Weiträumige Absperrungen und lange gültiges Halteverbot am Parkrand Foto: Jürgen Brand

Wegen des Wohnungsbau-Projekts ist ein Spielplatz gesperrt und eine Hundebesitzerin blockiert einen mit großen abgesägten Ästen beladenen Lkw.

S-Ost - Die Bauarbeiten für das Wohnbau-Projekt der SSN-Group am Rand des Parks der Villa Berg haben noch gar nicht richtig angefangen, da gibt es schon die ersten Beschwerden. So beklagte sich eine Anwohnerin aus dem angrenzenden Wohnviertel Raitelsberg in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats darüber, dass an der Sickstraße ein Teil der Parkfläche abgesperrt sei. Zu dem abgesperrten Bereich gehört auch ein Kinderspielplatz, der nun nicht mehr genutzt werden könne. Die Frau monierte diesen Eingriff in die öffentliche Parkanlage und verlangte, dass der Zugang zu dem Spielplatz wieder geöffnet wird.

Halteverbot bis 31. Oktober 2020

Tatsächlich gibt es seit einigen Tagen im Umfeld der Baustelle weiträumige Absperrungen, vor allem entlang der Sickstraße links vom Bau-Grundstück, dem ehemaligen Betriebshof des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes. Dort sollen wie berichtet 48 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Der Verkauf des Geländes war Teil der Vereinbarungen zur Übernahme der Villa Berg und der Fernsehstudios durch die Stadt. Mit den Absperrungen ist in dem Bereich der Sickstraße auch ein absolutes Halteverbot verbunden – gültig bis Samstag, 31. Oktober 2020!

Baumfrevel befürchtet

Am Dienstagvormittag war eine Gartenbaufirma auf dem Gelände mit weiteren vorbereitenden Arbeiten beschäftigt, ganz konkret schnitten die Mitarbeiter große Bäume, deren Äste auf das Baugelände ragten, zum Teil massiv zurück. Als der mit Ästen beladene Lastwagen das Areal verlassen wollte, blockierte eine Frau mit ihrem großen (friedlichen) Hund die Ausfahrt. Sie wollte von den Arbeitern den schriftlichen Auftrag für diesen ihrer Meinung nach zu radikalen Rückschnitt sehen und hatte per Telefon auch die Polizei alarmiert. Die Gartenarbeiter versuchten vergeblich, die Frau mit dem Hinweis zu beschwichtigen, dass sie den mündlichen Auftrag des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes hätten, die Bäume zurückzuschneiden, weil am nächsten Tag auf dem Baugrundstück die Erdarbeiten beginnen sollten. Die Frau wollte aber nicht weichen, sie befürchtete einen weiteren illegalen Baumfrevel wie im Stuttgarter Norden, wo unrechtmäßig der Baumschutzsatzung unterliegende Bäume gefällt worden waren. Der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, Volker Schirner, bestätigte am Mittwoch auf Anfrage, dass es einen entsprechenden Auftrag gegeben habe und die Arbeiten auch Teil der Baugenehmigung seien. Sie seien erforderlich, um eine Schädigung der Bäume im weiteren Verlauf der Bauarbeiten zu verhindern.

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