Die Park-and-Ride-Parkplätze in Weinstadt sind voll ausgelastet (Symbolbild). Foto: dpa

Die Parkplätze an den Weinstädter S-Bahn-Haltestellen sind voll ausgelastet – und werden nicht nur von Fahrgästen genutzt. Die Stadt will die Stellplatzzahlen erhöhen und das Parken nur noch S-Bahn-Kunden erlauben.

Weinstadt - Einnahmen in Höhe von 1,75 Millionen Euro erhofft sich die Stadt Weinstadt durch den wirtschaftlichen Betrieb ihrer Park-and-Ride-Stellplätze an den S-Bahn-Haltestellen Beutelsbach, Endersbach und Stetten-Beinstein in den kommenden Jahren. „Bisher fallen nur Kosten an“, berichtete Karlheinz Heinisch, der Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, jüngst im Gemeinderat. 50 000 Euro betrage indes der kalkulatorische Aufwand, den die Stadt jährlich habe, für die Instandhaltung, Pflege und Abschreibung. Denn bislang ist die Nutzung der Parkplätze umsonst, wovon reichlich Gebrauch gemacht wird.

„Alle Parkplätze sind werktags voll ausgelastet“ – und zwar offenbar nicht nur von Bahn-Kunden, sondern auch von Beschäftigten umliegender Betriebe, Anwohnern und Dauerparkern. Das soll sich ändern. Zumal der Parkdruck vor allem am Bahnhof Stetten-Beinstein so hoch sei, dass viele ordnungswidrig in Grünanlagen parkten. Durch die Tarifzonenreform der S-Bahn, wodurch seit Anfang dieses Monats ein Ticket nach Stuttgart statt 4,20 Euro nur noch 2,90 Euro kostet, rechnet die Stadt zudem mit noch mehr Pendlern, die ihre Autos an den Haltestellen abstellen möchten.

Die Stadt Weinstadt hofft auf einen Zuschuss für die Parkplätze

Daher wolle man die Park-and-Ride-Stellplätze allein für Bahn-Kunden vorhalten. „Außerdem soll die Stellplatzzahl erhöht werden, um dem Öffentlichen Nahverkehr mehr Gewicht zu geben.“ 150 zusätzliche Parkplätze sollen daher bei der Haltestelle Stetten-Beinstein geschaffen werden. Das Land fördere derartige Maßnahmen in Höhe von 50 Prozent der Herstellungskosten und bis maximal 9000 Euro pro Stellplatz.

Darüber hinaus will Weinstadt einen Kooperationsvertrag mit dem Verband Region Stuttgart abschließen. Dadurch könne man von diesem nochmals einen Bauzuschuss in derselben Höhe wie die Landesförderung erhalten sowie jährlich 180 Euro pro Stellplatz, erläutert Heinisch. Bei 480 Parkplätzen beliefen sich die Einnahmen daraus auf 87 000 Euro jährlich. Bei einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren – so lange müsste die Stadt die Kooperation eingehen - kämen so 1,75 Millionen Euro zusammen.

Der Verband Region Stuttgart übernimmt die nötigen Kontrollen

„Die Zahl spricht eindeutig für das Projekt“, so der städtische Wirtschaftsförderer. Zumal für Nutzer das Parken kostenlos bleibe – sofern sie S-Bahn-Kunden sind. Kontrollen hierzu mache der Verband, der die Bindung der Stellplätze an den Öffentlichen Nahverkehr zur Bedingung bei der Kooperation macht. Eine spätere Einführung von Gebühren behält sich die Region aber vor.

Ein Problem bei der Umsetzung der Kooperationspläne gibt es allerdings: Ein Teil der Stellplätze in Endersbach liegen auf einem Grundstück der Bahn, das die Stadt lediglich angemietet hat. Trotz mehrerer Anläufe sei es bislang nicht gelungen, es der Bahn abzukaufen, berichtet Heinisch, der nun einen neuen Versuch mit dem „schwierigen Verhandlungspartner“ wagen will.

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