Der französische Regierungschef Manuel Valls hat sich gegen einen Streit mit Deutschland ausgesprochen. Foto: dpa

Statt Knatsch mit Berlin will sich das kriselnde Frankreich lieber auf Europa konzentrieren. Der neue Wirtschaftsminister Macron will sich an Taten messen lassen.

Statt Knatsch mit Berlin will sich das kriselnde Frankreich lieber auf Europa konzentrieren. Der neue Wirtschaftsminister Macron will sich an Taten messen lassen.

Paris - Der alte und neue französische Regierungschef Manuel Valls will sich nicht mit Berlin anlegen. „Ich verweigere mich einem absurden Streit mit Deutschland“, sagte Valls am Mittwoch nach der ersten Sitzung seines Kabinetts in Paris. Die Regierung war zu Beginn der Woche nach Angriffen von Ex-Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg neu gebildet worden. Die Angriffe hatten sich auch gegen Berlin gerichtet. Wie Präsident François Hollande wolle er sich auf das europäische Projekt konzentrieren, sagte Valls.

In der Ministerrunde saß am Mittwoch erstmals der neue Chef des Wirtschaftsressorts, Emmanuel Macron. Der 36-Jährige war auf den Parteilinken Montebourg gefolgt.

EU-Kommission fordert Reformen

Während der Amtsübernahme im Wirtschaftsministerium bat Macron darum, ihn an seinen Taten zu messen. Vom linken Flügel der regierenden Sozialisten war die Besetzung des Wirtschaftsressorts mit dem ehemaligen Investmentbanker Macron teils kritisiert worden. Macron versicherte, er werde sich für die Verbesserung der Lage von Unternehmen, Arbeitgebern, Arbeitnehmern „und manchmal sogar Bankern“ einsetzen. Hollande setzt in der neuen Regierung auf „einheitliches Handeln, Respekt und Solidarität“. Im neuen Kabinett sitzen neben Valls acht Ministerinnen und acht Minister.

Die EU-Kommission rief die neue Regierung zu Reformen auf, um die Konjunktur anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen. „Es gibt keine Zeit zu verlieren“, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Brüssel.

Deutschlands Bevollmächtigte für die kulturelle Zusammenarbeit beider Länder, Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), sieht den Pariser Reformkurs „auf dem richtigen Weg“. Frankreichs Bevölkerung habe gegenüber Vorgaben aus Brüssel ganz ähnliche Vorbehalte wie es sie auch in Deutschland oder anderen EU-Staaten gebe, sagte sie im Südwestrundfunk (SWR).

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