Paris Hilton war einer der Stars der Jahrtausendwende, am Mittwoch wird die Hotelerbin 40 Jahre alt. Jetzt will sie Mutter werden. Und auch dabei überlässt sie nichts dem Zufall.
New York - Bescheidenheit war noch nie ihre Stärke. „Jede Zeit hat eine ikonenhafte Blondine. Wie zum Beispiel Marylin Monroe oder Prinzessin Diana. Und jetzt bin es eben ich“, erklärte Paris Hilton vor einigen Jahren. So arrogant die Selbstbeschreibung auch klingen mag, ganz unrecht hat die Hotelerbin nicht, die an diesem Mittwoch ihren 40. Geburtstag feiert. Denn in den 2000er Jahren war sie das It-Girl schlechthin.
Ob als Model, Schauspielerin, Buchautorin oder DJane, Paris Hilton war gefragt und sorgte für Menschenaufläufe, wohin sie auch ging. Selbst im sonst so nüchternen Stuttgart herrschte akute Schnappatmung, als sie für anderthalb Stunden den Penthouse-Club beehrte, um ihren Prosecco in Dosen anzupreisen. 500 Euro kostete es, mit ihr abzuhängen.
Nichts können und doch ein Star sein – Hilton macht es vor
Hilton ist das Musterbeispiel für eine Prominente, die berühmt fürs Berühmtsein ist, war Influencerin, bevor es den Begriff überhaupt gab. Nichts können und doch ein Star sein – Paris Hilton machte es vor. Selbst Tiefschläge wie ihre Gefängnisstrafe wegen Trunkenheit am Steuer oder das von ihrem Ex-Freund Rick Solomon veröffentlichte Sexvideo mit dem wenig geistreichen Titel „One Night in Paris“ vergrößerten den Hype um das Partygirl nur noch.
So bitter und unappetitlich die Veröffentlichung des Videos war, auch sie zahlte sich für Hilton aus: Die anfangs miserablen Einschaltquoten ihrer Real-Life-Serie „The Simple Life“ in der sie mit ihrer Freundin Nicole Richie dabei gefilmt wurde, wie sie vermeintlich niedere Arbeiten auf einem Bauernhof oder in einem Fast-Food-Restaurant ausübte, gingen wegen des Videos durch die Decke. Zudem erstritt sie 400 000 Dollar Entschädigung sowie eine Gewinnbeteiligung.
Ähnlich wie Verona Feldbusch spielte sie das Dummchen
Ihre zahlreichen Kritiker sahen in Hilton stets eine fade 08/15-Blondine mit Aufmerksamkeitsdefizit, die das Glück hatte, Tochter eines millionenschweren Vaters zu sein. „Sie ist die Hure der modernen Mediengesellschaft“, erklärte etwa die Schriftstellerin Cintra Wilson. Ein wenig charmanter und zudem etwas krummer Vergleich, denn auch – um im Bild zu bleiben – die „Freier“ machten prächtig Kasse mit ihr.
Für ihre Fans verkörperte Paris Hilton dagegen Schönheit, Geld und Glamour, ermöglichte eine kurzweilige Flucht in die Welt der Reichen und Schönen, weit weg vom drögen Alltag. Ähnlich wie Verona Feldbusch spielte sie das Dummchen und verdiente sich damit dumm und dämlich – nur eben auf einer deutlich größeren Bühne. Ihr Nettovermögen – das sie mit ihrem Modelabel, zahlreichen Parfums oder dadurch verdiente, dass sie ihren Namen für fremde Produkte zur Verfügung stellte – wird auf rund 250 Millionen Euro geschätzt.
Bei der Familienplanung überlässt Paris Hilton nichts dem Zufall
Inzwischen ist es ruhiger um Hilton geworden, die sonst noch die kleinste Glühbirne nutzte, um sich ins Rampenlicht zu stellen. Der zeitweilige Rückzug bedeutet freilich nicht das Ende der plakativen Selbstvermarktung: Am 22. Februar startet ihr Podcast „This is Paris“, vor wenigen Tagen veröffentlichte sie ein neues Musikvideo. Schlagzeilen machte sie zuletzt auch, als sie über psychische und körperliche Gewalt berichtete, die sie während ihrer Zeit an einem privaten Internat in Utah erlitten hatte.
Auch bei der Familienplanung überlässt Paris Hilton nichts dem Zufall. „Wir haben mit einer In-vitro-Fertilisation (künstlichen Befruchtung) begonnen“, erzählte sie neulich. Das sei der Weg, bei dem sie sicher sein könne, dass sie Zwillinge bekomme – einen Jungen und ein Mädchen. Die Hochzeit mit ihrem Freund Carter Reum ist ebenfalls schon in Planung. Sie sei aufgeregt, „einfach den nächsten Schritt in meinem Leben zu machen und endlich ein richtiges Leben zu haben“, erklärte sie.
Lesen Sie auch: „Mykonos, Ibiza & Co: Wo die Stars Urlaub machen“
Ist dies das Ende einer Kunstfigur, die keinen kalt ließ, weil keiner an ihr vorbeikam? Eher nicht: Statt eines Chihuahuas wird Hilton künftig vermutlich einfach ihre Zwillinge durch das Scheinwerferlicht tragen.