Großes Polizeiaufgebot beim Eintreffen des mutmaßlichen Attentäters Salah Abdeslam beim Gericht in Paris. Foto: AFP

Monatelang war Salah Abdeslam auf der Flucht. Nun muss er sich vor Gericht für seine Taten verantworten. Sein Verteidiger hat angekündigt, dass Abdeslam aussagen will.

Paris - Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam ist am Freitag zu seiner ersten ausführlichen Befragung im Justizpalast der französischen Hauptstadt eingetroffen. Das verlautete am Morgen aus Justizkreisen. Abdeslams Verteidiger hatte angekündigt, dass sein Mandant gegenüber französischen Ermittlern aussagen wolle. Der Franzose gilt als einziger überlebender Paris-Attentäter. Im März war er in Belgien festgenommen und einen Monat später nach Frankreich ausgeliefert worden, wo er im Gefängnis sitzt.

Abdeslam will nicht für die Anschläge verantwortlich sein

Bei Justizbefragungen in Belgien hatte sich Abdeslam als Mitläufer bezeichnet, der nicht für die Ausführung der blutigen Anschlagsserie verantwortlich sei. Sein Bruder Brahim hatte sich am 13. November in die Luft gesprengt, Salah selbst hatte Autos und Verstecke für die Paris-Attentäter gemietet und Material für Sprengsätze gekauft. In der Anschlagsnacht, in der 130 Menschen getötet worden waren, soll er drei Selbstmordattentäter zur Fußballarena Stade de France gefahren haben, wo Frankreich gegen Deutschland spielte. Von den Planungen zu den Anschlägen in Brüssel vier Tage nach seiner Festnahme will Abdeslam nichts gewusst haben. Allerdings fanden die belgischen Ermittler Verbindungen zwischen ihm und den Selbstmordattentätern, die am 22. März in der belgischen Hauptstadt 32 Menschen mit in den Tod gerissen hatten.

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