Para-Skisportlerin Andrea Rothfuss aus Kernen erfüllt am Feldberg die Norm für die Winterspiele in Italien.
Mit strahlendem Lächeln ist Andrea Rothfuss am Donnerstag und am Freitag im Zielraum gestanden. Bei den zwei Weltcup-Slaloms am Feldberg ist die Paraskisportlerin aus Rommelshausen zweimal als Dritte aufs Podest gefahren. Damit hat die 36-Jährige die Qualifikationsnorm für die Paralympischen Spiele gemeistert, die vom 6. bis 15. März in Cortina d’Ampezzo in Italien ausgetragen werden.
Probleme nur bei der Anreise
Mit dem halben Ticket in der Tasche nach dem vierten Platz im Weltcup-Slalom im schweizerischen St. Moritz im vergangenen Dezember hatte sich Andrea Rothfuss am Mittwoch recht entspannt auf den Weg in den Schwarzwald gemacht. Und mit der Hoffnung im Gepäck, bei ihrem Heim-Weltcup einen Haken hinter die Norm zu setzen. Die Paraskisportlerin, die in Freudenstadt geboren wurde, in Loßburg aufwuchs und für den VSG Mitteltal startet, hatte zwar wegen einer Weichenstörung eine beschwerliche Anreise mit der Bahn. Doch der Weg um die Slalomstangen am Feldberg fiel ihr umso leichter.
Die Unterstützung der Familie ist wichtig
Andrea Rothfuss kann ihren erfolgreichen Wiedereinstieg nach einer fast eineinhalbjährigen Pause wegen körperlicher und mentaler Erschöpfung selbst kaum fassen. „Die Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde war und ist enorm wichtig für mich“, sagt die deutsche Behindertensportlerin des Jahres 2009, die bei ihren bisherigen fünf Paralympischen Spielen 14 Medaillen gewann – einmal Gold, neunmal Silber und viermal Bronze.
Am 11. Februar erfolgt die Nominierung
Für Andrea Rothfuss, die seit zehn Jahren im Remstal lebt, geht aller Voraussicht nach ein Traum in Erfüllung. 2006 begann ihre internationale Karriere mit der Silbermedaille im Riesenslalom bei den Paralympics in Turin. Alles sieht danach aus, dass sie im März 2026 in Italien ihre dann sechsten Winterspiele erleben wird. Die Kriterien des Deutschen Behindertensportverbands und Nationalem Paralympischen Komitee (DBS) für die Nominierung – entweder ein Platz unter den Top drei im Weltcup oder zwei Ränge in den Top fünf – hat Andrea Rothfuss, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, erfüllt. Lange vor Ende der Frist, die bis zum 10. Februar läuft. Einen Tag später, am 11. Februar, soll die offizielle Bekanntgabe der Nominierten erfolgen, und die 36-Jährige dürfte wohl zu den Auserwählten zählen, die in Cortina um Medaillen fahren. „Ich habe abgeliefert und hoffe, dass ich bei der Nominierung dabei bin“, sagt Andrea Rothfuss.