Papst Franziskus ist unter Beschuss von allen Seiten. Foto: AP

Papst Franziskus verliert seine zwei loyalsten Medienarbeiter zu einem unglücklichen Zeitpunkt, meint Paul Kreiner. Allerdings dürfe der Rücktritt nicht als Misstrauensvotum verstanden werden.

Rom - Wenn einem Spitzenpolitiker der Pressesprecher davonläuft, ist das ein Alarmzeichen. Es ist ein Misstrauensvotum. Es zeugt von zerstörtem Glauben an das gemeinsame Projekt oder an die Eignung des Chefs. Und wenn nun auch noch Papst Franziskus, ohnedies unter Beschuss von allen Seiten, seine zwei loyalsten Mitarbeiter verliert . . . Nein. Hier liegen die Dinge etwas anders. Die Rücktritte im Vatikan stehen im Zusammenhang mit der laufenden, bisher nicht eben glücklichen Organisationsreform der päpstlichen Medienarbeit. Leiter des Pressesaals, das war früher der mächtige Chef des ganzen Betriebs. Unter Franziskus ist die Position drittrangig geworden: Die sogenannten Pressesprecher des Papstes sehen sich heute einem Kommunikations-Präfekten und einem brandneuen Chefredakteur unterstellt.

Die Rücktritte zeigen: Es gärt im Vatikan

Für Greg Burke und Paloma García Ovejero gab es da keinen rechten Platz mehr. Ganz anders als Joaquín Navarro-Valls, Generalmanager und Alter ego für Johannes Paul II., hatten Burke und Ovejero auch keinen direkten Zugang zu Franziskus. Und sie agierten nicht immer glücklich, wenn es mal wieder eine missverständliche Spontanäußerung des Pontifex einzufangen galt. Die Rücktritte zeigen: Es gärt im Vatikan noch allzu vieles. Und das während der fast weltweiten Missbrauchsaffären.

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