Ein nachdenklicher Papst beim Besuch in Skopje, Nordmazedonien. Foto: dpa

Papst Franziskus für die Verpflichtung ein, innerhalb der Kirche Missbrauchs- und Vertuschungsfälle umgehend anzuzeigen. Mit seinem Schreiben „Vos estis lux mundi“ bringt der Pontifex tatsächlich etwas Licht ins Dunkel, kommentiert unsere Rom-Korrespondentin Almut Siefert.

Rom - Klarheit hatte Papst Franziskus versprochen. Klarheit hat er nun geschaffen. Nachdem die Missbrauchskonferenz im Februar nur mit theoretischen Bekundungen endete, folgen nun tatsächlich echte Taten. Gott sei Dank. Jetzt hat der Pontifex ein päpstliches Schreiben veröffentlicht, in dem neue Richtlinien für den Umgang mit Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche formuliert sind. Und zwar konkreter als von den meisten erwartet.

Dabei sind zwei Dinge bemerkenswert: Wo sich die Konferenz im Februar vor allem mit der Frage des Missbrauchs von Minderjährigen beschäftigt hat, gelten die nun veröffentlichten Regeln auch für den Missbrauch an Ordensschwestern, Seminaristen und volljährigen Novizen. Das Augenmerk des Schreibens richtet sich auch nicht nur auf die Straftaten selbst, sondern auch auf deren Vertuschungen, die nun ebenfalls bekämpft werden sollen. Der Schutzgedanke gilt den Opfern – und nicht mehr den mutmaßlichen Tätern oder dem Ansehen der Kirche. Das Schreiben „Vos estis lux mundi“ (Ihr seid das Licht der Welt) bringt etwas Licht ins Dunkel, setzt sich für Klarheit und Transparenz und gegen die Vertuschungsmechanismen des Klerikalismus ein. Das ist ein wichtiger und großer Schritt nach vorne, den Papst Franziskus da getan hat.

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