Großbaustelle auf dem Gelände der Panzerkaserne in Böblingen. Das US-Militär baut hier einen Supermarkt für alle Armeeangehörigen in der Region Stuttgart. Foto: USAG Stuttgart

Trotz geopolitischer Spannungen schreitet der Bau eines 47 Millionen Euro teuren US-Supermarkts in Böblingen voran. Was gegen den Bau sprach und wie weit die Arbeiten sind.

Trotz des Krieges in Iran und dem Abzug der US-amerikanischen Militärspezialeinheit Green Berets aus Böblingen gehen die Bauarbeiten an dem riesigen Supermarkt auf dem Gelände der Panzerkaserne weiter wie geplant. Der Neubau soll die Qualität der Lebensmittelversorgung für die Militärangehörigen und ihre Familien verbessern, sagt ein Sprecher. Der Spatenstich war im Juni vergangenen Jahres. Im Frühjahr 2028 plant die US-Army Garnison Stuttgart (USAG), die die US-Stützpunkte betreut, die Eröffnung.

 

In dem 6900 Quadratmeter großen Supermarkt mit 3400 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen Armeeangehörige und ihre Familien mit gehörigem Rabatt einkaufen können. Die US-Army nennt diese Märkte Commissarys. Bislang gibt es in der Böblinger Kaserne sowie in den Kelly Barracks in Stuttgart jeweils kleine Läden sowie auf den Patch und Robinson Barracks größere Geschäfte für den täglichen Bedarf. Die sollen überwiegend geschlossen werden, wenn die neue Einkaufsmöglichkeit in Betrieb ist.

US-Soldaten sollen zum Einkaufen zur Panzerkaserne kommen

„Logistisch ist es besser, wenn alles zentral bei der Panzerkaserne liegt“, hatte USAG-Sprecher Peter Faber beim Spatenstich gesagt. Immerhin lägen die Stützpunkte in der Region Stuttgart recht weit auseinander. Schon vor dem offiziellen Spatenstich im Juni hatten die Bauarbeiten begonnen. Jetzt, sagt Faber, befinde sich das Vorhaben in einer frühen Bauphase. Externe – auch von der Presse – werden derzeit aus Sicherheitsgründen nicht auf das Gelände gelassen. Überprüfen lassen sich die Aussagen daher nicht.

Bau des US-Supermarkts in Böblingen ist bereits im Gange

„Auf der Baustelle laufen Fundamentarbeiten, Geländevorbereitungen und erste Schritte der strukturellen Errichtung“, sagt Faber. Es gebe deutliche Fortschritte bei der Profilierung des Untergrunds. Versorgungsleitungen würden verlegt und das Fundament für den Supermarkt hergestellt.

Wenn das Gebäude fertig ist, soll es an das bestehende Panzer Exchange – das Einkaufszentrum – nebenan sowie an das Hotel auf dem Kasernengelände angeschlossen. Das Panzer Exchange bietet vor allem Kleidung sowie einen Imbissbereich an. Das Commissary entsteht direkt südlich daneben. Das Panzer Hotel liegt – nur durch einen Parkplatz getrennt – direkt östlich von dem neuen Supermarkt.

316 Neue Parkplätze für den US-Supermarkt geplant

Der Neubau bekommt auch eigene Parkplätze – Parken ist auf dem Kasernengelände offenbar ein Problem. 316 Stellplätze in einer offenen, zweistöckigen Parkgarage sind geplant, davon acht Behindertenparkplätze.

Die USAG rechnet für das Panzer Commissary mit Kosten von 47 Millionen Euro. Von denen werde der deutsche Steuerzahler aber nichts merken, beteuern die Amerikaner. Da das Commissary zwar ein US-Bauvorhaben auf einer US-Einrichtung ist, aber auf deutschem Grund entsteht, ist das Staatliche Hochbauamt Stuttgart als Teil des Landesbetriebs Bundesbau Baden-Württemberg involviert. Das ist in einem Abkommen geregelt. Für die Bauarbeiten nutzt das US-Army Corps of Engineers – ein Hauptkommando der US-Army, das Leistungen aus dem Bereich des Bauingenieurwesens ausführt – ein deutsches Ingenieurbüro sowie deutsche Baufirmen.

Bevor der Soldaten-Supermarkt gebaut werden konnte, ist viel Zeit vergangen. Ursprünglich war der Baustart nämlich schon für 2017 angesetzt, scheiterte aber am Widerstand der Stadt Böblingen, des Gemeinderats und des Landratsamts. Weil der Supermarkt für alle rund 27 000 Armeeangehörigen in der Region ist, befürchtete man regelmäßige Staus auf der Panzerstraße. Von 2021 an wurde diese dann ausgebaut – auch mit Beteiligung der US-Regierung.