Im Training versagt: der Schützenpanzer Puma Foto: dpa/Philipp Schulze

Das, was bei der Übung mit dem Schützenpanzer Puma passiert ist, wirkt lächerlich. Zum Lachen ist es aber nicht. Das Beschaffungswesen der Bundeswehr ist und bleibt eine riesige Baustelle, kommentiert Tobias Peter.

Was für ein Totalausfall! Bei einem Training der Bundeswehr mit dem Schützenpanzer Puma sind, so berichtet es der „Spiegel“, binnen Tagen von 18 Gefechtsfahrzeugen alle 18 ausgefallen. Das ist, als würde man bei einem Autohändler mit allen Fahrzeugen eine Testfahrt machen und mit keinem einzigen zurückkommen. Das Geschehene muss jedem Beobachter als lächerlich erscheinen – und doch bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Denn es geht um die Fähigkeit, Nato-Verpflichtungen zu erfüllen.

 

Das Geld und die Systemfrage

Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat auf den russischen Krieg gegen die Ukraine reagiert, indem er ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr auf den Weg gebracht hat. Das war dringend notwendig. Es bringt aber nur begrenzt etwas, mehr Geld in ein System hineinzugeben, das nicht funktioniert. Bislang zeichnet sich das Beschaffungswesen vor allem dadurch aus, dass es sehr lange dauert, bis die Bundeswehr neues Material erhält. Neben höherer Geschwindigkeit geht es jetzt aber auch darum, dass die Bundeswehr das bekommt, was sie wirklich braucht. Und dass das dann auch funktioniert. Da gibt es eine große Baustelle.