Ein Rettungswagen in Rottweil wird abgeschleppt – wieder einmal. Foto: DRK/Stotz

Wenn ein Fahrzeug nicht läuft, ist das schlecht – wenn aber Rettungswagen dauernd aufgrund technischer Probleme ausfallen, ist das höchst bedenklich. Beim DRK in Rottweil ist man frustriert.

Es ist ein Bild, das man eigentlich gar nicht sehen will: Ein Rettungswagen, das Symbol schlechthin für schnelle Hilfe im Ernstfall, wird abgeschleppt. Das Ganze spielt sich an der Helios-Klinik in Rottweil ab – der RTW läuft nicht mehr, die Mitarbeiter des DRK sind frustriert. Und das ist kein Einzelfall.

 

DRK-Rettungsdienstleiter Marcus Stotz macht seinem Ärger mit diesem Foto und einem Kommentar im Netz Luft. „In welchem Segment ist Mercedes eigentlich Premium? Im Ausfallsegment? Jede Woche mindestens ein technisches Problem!“

Darstellung nicht übertrieben

Auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten, wie die Lage ist, bekräftigt Stotz: „Die Darstellung ist wirklich nicht übertrieben.“ Dies würden auch die vielen Reaktionen im Netz dazu unterstreichen.

Doch um welche Probleme bei den Einsatzfahrzeugen handelt es sich genau? Es seien häufig „Kleinigkeiten“, die zu Ausfällen führen, aber auch größere Probleme wie zum Beispiel defekte Turbolader, erklärt der Rettungsdienstleiter. „Bei dem aktuellen Problem ließ sich das Fahrzeug nicht mehr starten. Diagnose: Lose Klemme 50“, berichtet Stotz.

Alternative gibt es nicht

Und wie kann in so einem Fall schnell Ersatz beschafft werden? Das DRK versucht, sich selbst so gut es geht zu helfen: „Aufgrund der Ausfälle und der zusätzlichen Probleme, dass Fahrgestelle nur sehr schleppend zu bekommen sind, wir für den RTW aufgrund fehlender alternativen Werkstätten wie MAN oder IVECO Mercedes fahren müssen und es zudem teilweise Wartezeiten bis zu 24 Monaten bei den Ausbauherstellern gibt, haben wir einen zusätzlichen abgeschriebenen RTW, den wir eigentlich verkauft hätten, als Ersatzfahrzeug im Bestand behalten.“

Insgesamt, so Stotz, habe man so drei Ersatz-RTW, von denen aber so gut wie immer ein Fahrzeug im Einsatz sei – aktuell in Schramberg. Aber: Somit gebe es zumindest die Option auf schnellen Ersatz.

Und noch ein Heck gerammt

Und es gibt dann noch Ausfälle, die anders begründet sind, wie der Rettungsdienstleiter berichtet: „Bei einem unserer Krankentransportfahrzeuge, das von einem Pkw im Heck gerammt wurde, sind die beiden Hecktüren defekt – Lieferzeit Mitte November!“

Kein Wunder also, dass der Frust wächst – denn eigentlich stehen die Retter des DRK auch so schon vor genügend Herausforderungen – zum Beispiel den neuen Hilfsfristen. Immerhin gibt es aufgrund dieser Neuregelung nun im Kreis Rottweil eigens eine neue Rettungswache. Zuverlässige Fahrzeuge wären dann auch noch nicht schlecht.