Beim neuen Affenhaus in der Wilhelma gab es von Anfang an Baumängel Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Landeshochbauamt Stuttgart will auch künftig seine Rolle als Bauherr bei Projekten in der Wilhelma wahrnehmen. Für die Rolle fehle es bei der Wilhelma an Kompetenz, stellt Amtsleiter Roland Wenk fest. „Bei einem Bau muss man täglich auf der Baustelle sein. Dafür hat ein Zoodirektor keine Zeit. Das machen meine Leute.“

Stuttgart - Wilhelma-Chef Thomas Kölpin und Georg Fundel vom Wilhelma-Förderverein fordern, dass der Zoo selbst als Bauherr auftritt. Hintergrund ist der Tod zweier Bonobos die sich eventuell durch die defekte Lüftung im Gehege eine tödliche Lungenentzündung geholt haben.

„Als Ursache für den Tod des zweiten Äffchens ist die defekte Lüftung definitiv auszuschließen“, versichert Wenk. Sie sei vor dem Tod des Tiers Instand gesetzt worden. Der Fehler war, dass bei der motorisch gesteuerten Außenlüftung die Klappen in der Fassade vergessen worden waren. Entdeckt wurde das durch einen Rauchtest. Dabei wurde festgestellt, dass der Rauch nicht nach draußen abzieht.

Bei dem Test wurde ein weiteres Problem offensichtlich: Der Gang für die Pfleger hat Innenbelüftung und Fußbodenheizung. „Es hat sich eine starke Luftzug gezeigt. Eventuell ist die Belüftung zu stark eingestellt“, so Wenk. Belüftet werden müsse , weil der Gang mit Wassergereinigt wird. Ohne Lüftung würde er nicht trocknen.

Auch wenn laut Baubehörde die Äffchen durch von Menschen übertragene Bakterien oder beim den Umzug ins neue Gehege an Lungenentzündung erkrankt sein könnten, wird die Kritik an den Baumängeln Auswirkungen auf die Ausschreibungspraxis haben. Wenk: „Neben beschränkten Bauausschreibungen, die sich an Architekten mit Erfahrung im Zoobau richten, sind Unterwettbewerbe denkbar, so dass die Bauausführung von einem weiteren Büro übernommen wird.“

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