Trotz aller Schwierigkeiten ist Homeoffice eine sinnvolle Corona-Schutzmaßnahme. Foto: dpa-tmn/Sebastian Gollnow

Indem die Bundesregierung auf zentrale Schutzvorgaben am Arbeitsplatz verzichtet, geht sie einen riskanten Weg. Damit werden auch die Arbeitgeber verstärkt in die Verantwortung genommen, meint Matthias Schiermeyer.

Das wirkt schon sehr befremdlich: Die Zahl der Neuinfektionen steigt und steigt, doch die Bundesregierung baut unbeirrt den Schutzwall der Anti-Corona-Maßnahmen ab – weil es die FDP so will. Auch am Arbeitsplatz wird von Sonntag an die große Kehrtwende in Richtung Normalität eingeleitet. In den Unternehmen soll jetzt zwar nicht sofort der alte Trott einkehren, vielmehr wird ihnen verstärkt zugetraut, über ihre eigenen Hygienevorgaben zu entscheiden.

 

Die verstärkte Nutzung von Homeoffice beibehalten

Damit wird ihnen auch mehr Verantwortung für den Gesundheitsstand der eigenen Belegschaft vor die Tür gekehrt. Dies mag im Prinzip funktionieren, denn die meisten Betriebe wollen Krankheitsrisiken geringhalten. Beispielsweise ist es sehr sinnvoll, die starke Homeoffice-Nutzung beizubehalten, weil sie Infektionsgefahren drastisch senkt.

Leichtfertigkeit von Arbeitgebern verhindern

Etliche Unternehmen signalisieren bereits, dass sie derlei Schutzvorkehrungen noch nicht abbauen werden. Doch mag es nicht wenige Arbeitgeber geben, die ihre Beschäftigten nun Situationen aussetzen, die vom Virus leicht ausgenutzt werden könnten. Leichtfertigkeit verbietet sich. So wird es auch auf die Verbände oder auf die Betriebsräte ankommen, bei den Arbeitgebern für einen gewissenhaften Umgang mit den Hygienekonzepten zu werben. Die Beschäftigten sind ihrerseits gehalten, sich eigenverantwortlich zu verhalten. Arbeitsschutz ist aber keine Privatsache – da stehen zunächst die Unternehmensführungen in der Pflicht.

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