Pädophilenring in Baden-Württemberg Kindesmissbrauch per Flatrate

Von Eberhard Wein 

Im Fall des Kindesmissbrauchs von Freiburg werden neue erschreckende Details bekannt. Foto: www.mauritius-images.com
Im Fall des Kindesmissbrauchs von Freiburg werden neue erschreckende Details bekannt. Foto: www.mauritius-images.com

Die Mutter des neunjährigen Opfers aus dem Raum Freiburg hat offenbar mit der Vermietung ihres Sohnes an Pädophile viel Geld verdient. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus.

Freiburg - Für das Kind sind es schmerzhafte, entwürdigende und nach Ansicht von Psychologen traumatische Erlebnisse gewesen, für die Mutter war es offenbar eine lohnende Einnahmequelle: Über mehr als zwei Jahre sollen eine 47-jährige Frau und ihr Lebesngefährte in einer Gemeinde südlich von Freiburg ihren neunjährigen Sohn sexuell missbraucht und an pädophile Täter für Vergewaltigungen vermietet haben. Das Paar habe von den Männern jeweils mehrere tausend Euro kassiert, sagte der Freiburger Oberstaatsanwalt Michael Mächtel. Einer der Freier reiste sogar aus Spanien an. Er, die Mutter, ihr einschlägig vorbestrafter Lebensgefährte und fünf weitere Männer sitzen mittlerweile in Deutschland in Untersuchungshaft.

Es dürfte eine Art Flatrate gewesen sein, die die Männer in den Breisgau gelockt hat. Die Freier zahlten einen vierstelligen Betrag, dafür wurde ihnen das Kind für ein Wochenende zur freien Verfügung überlassen. „Es gibt Hinweise, die darauf hindeuten, dass es so war“, sagte Mächtel. Die Kontaktaufnahme lief über das Internet. Hierfür sei auch das sogenannte Darknet, ein verborgener Teil des Internets, genutzt worden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Stuttgart.

Jugendamt bestätigt Inobhutnahme

Der Bub wurde vom Jugendamt des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald mittlerweile in Obhut genommen. Zur Frage, ob die Familie schon zuvor im Blickpunkt des Jugendamtes gestanden habe, wollte sich der Sprecher des Landratsamtes nicht äußern. Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten der Behörde gebe es nicht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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