Mit einer Fernsehshow hat alles angefangen. Und aus der ersten Begegnung zwischen Alwin Bayr und Heideltraud Lindemann wurde gleich die Liebe fürs Leben. Vom ersten Date bis heute – das ist ihre Liebesgeschichte.
Der 23. Februar 2003 hat das Leben von Alwin Bayr (74) und Heideltraud Lindemann (75) komplett verändert – und bescherte beiden ein unverhofftes, zweites Glück im Leben. „Unsere erste persönliche Begegnung wurde zu unserer Lebenspartnerschaft“, erzählt Alwin Bayr.
Dabei war ihr Kennenlernen reiner Zufall. Bayr schaute regelmäßig die Talkshow von Sabine Christiansen und beteiligte sich danach an Diskussionen im Chat. Dort hatte er einen Eintrag zu seiner Person – mit seinem Geburtstag. Im Dezember 2002, also vor 21 Jahren, erhielt er dann von Heideltraud Lindemann die erste Nachricht mit Glückwünschen. Was ihn sogleich beeindruckt hatte, sei ihr Motto gewesen. „Die Steine, die einem im Wege liegen, damit kann man eine Treppe bauen.“ Ihr Lebensweg habe ihn sehr interessiert, sagt Bayr, der zwei Kinder aus erster Ehe hat. Er habe ihr dann Mut machen wollen und schrieb ihr einen langen Brief. „Mit meiner privaten und beruflichen Lebenserfahrung wollte ich ihr helfen“, sagt er heute. Sie tauschten die Anschrift und die Telefonnummer aus. „Unser längstes Telefonat dauerte so fünf bis sechs Stunden“, erzählt der gebürtige Bayer, der in Ulm aufgewachsen und später als „Vollblutlogistiker“ mal hier, mal dort lebte: in Landsberg am Lech, in Griechenland, in Erding am Chiemsee und zuletzt in Husum.
Aus einem Brief wurde eine Beziehung fürs Leben
Lindemann, geboren in Hessen, lebte im Kreis Esslingen, hatte dort ab 1972 ihren Ehemann bis zu dessen Tod gepflegt und dafür ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben. Sie kümmerte sich um ihren Mann und ihren Sohn. „Das ist für mich ganz normal gewesen“, sagt Lindemann. Sie habe sich für die Familie entschieden und dies nie bereut. Im August 2000 wurde sie Witwe und kümmerte sich fortan alleine um den Sohn.
Da waren es noch zwei Jahre, bis sie Alwin Bayr kennenlernte durfte. Knapp drei Monate schrieb und telefonierte sie mit ihm – es lag ja doch eine Entfernung zwischen ihnen.
Am 23. Februar 2003 musste Bayr mit dem Zug von Husum nach Ulm fahren, seine Eltern hatten gesundheitliche Probleme und benötigten seine Unterstützung. Er habe Heideltraud den Vorschlag gemacht, einen Stopp in Stuttgart einzulegen. „Wir setzten diese Idee einfach um“, sagt Bayr.
Ein paar Tage später schon, am 28. Februar, trafen sie sich in Ulm im Café Tröglen wieder. Bei dem Blumengeschäft am Ulmer Hauptbahnhof haben sie sich ihre Gefühle gestanden. „Mitte Mai 2003 bin ich dann zu ihr in den Kreis Esslingen gezogen“, sagt Bayr.
Er holte seinen Vater 2007 ins Pflegeheim nach Köngen nach, zu sich in die Nähe. „Mein Vater hat Heideltraud schon bei der ersten Begegnung ins Herz geschlossen“, sagt Bayr. Eine wunderbare Vater-Tochter-Beziehung habe begonnen.
Zweimal im Jahr fahren beide nach Ulm, treffen die Verwandtschaft und den Enkel von Bayr. „Es ist schön, in so einer Harmonie leben zu dürfen“, sagen die beiden heute.
Auch in schlechten Zeiten haben sie sich nicht im Stich gelassen
Im November 2022 bekam Bayr plötzlich starke gesundheitliche Probleme, Lindemann brachte ihn ins Krankenhaus. „Nach meinem Aufenthalt dort hat sie mich tatkräftig und liebevoll wieder aufgebaut“, erzählt Bayr. Und wieder sagte Lindemann zu ihm: „Das ist für mich einfach ganz selbstverständlich.“
Am 23. Februar 2023, 20 Jahre später, waren sie gemeinsam in ihrem Lieblingsrestaurant, ein paar Tage später in der Komödie im Marquardt in Stuttgart und schauten das Stück „D’Mama isch die Beschte“ an. „Das passt zu unserem Thema“, sagt Bayr und ergänzt: „Und in Stuttgart hat ja alles angefangen mit uns.“
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