Riechen, schmecken, diskutieren: Bei Brenner Immanuel Gruel (li.) trefft sich der Owener Whisky-Club. Foto:  

Am Fuße der Schwäbischen Alb gibt es einen kleinen Club für Whisky-Liebhaber. Seit kurzem dürfen auch Gäste zu den vereinsmäßigen Tastings kommen.

Owen/Teck - Einmal im Monat treffen sich Holger Macho, Volker Grupp, Immanuel Gruel und Thomas Dannenmann zum gemeinsamen Whisky-Tasting. Die beiden letzteren stellen bereits seit Jahren jeweils ihren eigenen Whisky her und veranstalten unter dem Namen Whisky-Walk auch eine Tour im Ort Owen, bei der Brennereien besucht und Whiskys verkostet werden. 2015 haben die vier Männer und eine Handvoll weitere Whisky-Begeisterte zusätzlich einen Verein, den Whisky Club Owen, gegründet. Seit kurzem kann man sich dort auch als Nicht-Mitglied für ein Tasting anmelden und einen Abend lang mit den Experten halbwissenschaftlich verschiedene Whiskys ergründen.

Noten werden per Bewertungsbogen vergeben

„Die Idee zu dem Verein kam uns bei einem unserer privaten Treffen“, sagt Grupp. „Wir wollen uns damit in Sachen Whisky fortbilden und Erfahrungen sammeln. Dabei ist es ein enormer Vorteil, dass die unterschiedlichen Mitglieder ihr Wissen und ihre Meinung einbringen. Das wollen wir auch mit Gästen teilen“, sagt der 47-Jährige, der vor zehn Jahren seine Vorliebe für Whisky entdeckt hat.

„Die Expertise in unserer Runde ist phänomenal“, findet auch der 30-jährige Gruel, in dessen Räumlichkeiten das Clubheim untergebracht ist. Direkt daneben befindet sich eines seiner Whisky-Lager mit rund 60 Fässern Whisky.

Bei dem Club handelt es sich laut Holger Macho um einen echten Connaisseur-Club. „Wir sind ein erlauchter Kreis, der mit Herzblut bei der Sache ist. Für uns ist Whisky ein Genussmittel, wir versuchen alle Aromen genau zu bennen und herauszuschmecken“, sagt Macho. Dazu haben die Vereinsmitglieder einen eigenen Bewertungsbogen erstellt, auf dem genau festgehalten wird, wie es sich in Sachen Farbe, Duft, Geschmack, Körper und Nachklang mit dem jeweiligen Whisky verhält. Auf der Facebook-Seite des Vereins veröffentlichen die Mitglieder nach einem Tasting die Bewertungen jedes Tropfens.

Ein eigenes Clubfass steht an

Die Expertise und der Austausch sind jedoch nicht der einzige Grund, warum es den Club, in dem Hersteller und Fans gemeinsam testen und diskutieren, gibt. Ein guter Tropfen hat häufig seinen Preis und geht auch mal in Richtung 100 Euro. „Im Club entscheiden wir, was wir probieren wollen und tragen die Kosten gemeinsam“, sagt Grupp. So könne man auch gelegentlich etwas probieren,was man sich alleine vielleicht nicht leisten würde.

Und die Mitglieder wollen nicht nur in Owen bleiben. Ein Traum der Whisky-Freunde ist eine gemeinsame Reise nach Schottland. „Das macht natürlich mit Gleichgesinnten Spaß“, sagt Dannenmann. Doch erstmal steht im Spätherbst ein Experiment an: Mit den Brennern im Verein wollen die Mitglieder ein Clubfass herstellen. „Einmal den Werdegang des Whiskys von A bis Z nachvollziehen und mitbestimmen, das stelle ich mir sehr spannend vor“, sagt Grupp.

Verköstigt und bewertet werden kann der Club-Whisky dann aber erst nach frühestens drei Jahren. Solange muss schließlich jeder Whisky lagern, damit er überhaupt so genannt werden darf.

Mitmachen

Whisky Club Owen: Fünf bis zehn Gäste können nach Voranmeldung an den monatlichen Tastings teilnehmen. Der nächste Termin ist am 29. September. Der Club bittet um Anmeldung unter presse@whisky-club-owen.de. Am 29. Dezember findet zudem ein öffentliches Tasting in der Bernhardskapelle in Owen statt.

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