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Otto Waalkes hat in der Liederhalle sein aktuelles Programm "Otto live" vorgestellt.

Voller Elan und kein bisschen müde: Der selbst ernannte "ostfriesische Götterbote" Otto Waalkes hat am Mittwochabend in der ausverkauften Liederhalle sein aktuelles Programm "Otto live" vorgestellt. Gut 2000 Fans glucksten, sangen und kicherten.

Zwei frech grinsende Ottifanten und freche Sprüche auf der Videoleinwand kündigen den Kulturschock an: Das "Ottili" ist wieder da. Im Gegensatz zu seinen etwas bemüht wirkenden Ausflügen ins Filmgenre scheint Otto für die Wiedergutmachung auf der Bühne ordentlich Vitamine geschluckt zu haben. In bekannter Manier wirbt das 62-jährige Komiker-Urgestein hüpfend, singend und Sprüche klopfend für seine ostfriesische Heimat, frotzelt über Sachsen und Bayern im allgemeinen und Promis im besonderen.

Kochnummer endet mit Kohlkopf-Massaker

Vor allem aber sucht er ständig den Kontakt zum Publikum. Lässt es singen, wie Schakale jaulen oder bespritzt es mit Wasser. Sein Ton ist nie zu intellektuell, nie zu politisch, dabei stets anzüglich, doch nie zu obszön, dass Eltern in Begleitung ihrer Kinder nicht noch darüber lachen könnten. Ansonsten baut der Gitarre spielende und singende "Ostfriesenjung" auf einen Mix aus neuen Gags und Klassikern.

So versuchen sich alte Bekannte wieder an Englischübersetzungen, Robin Hood, die sieben Zwerge und Harry Hirsch schauen vorbei und tosender Beifall brandet auf, als der große Blonde mit dem schütteren Haar seine "Hänsel und Gretel"-Nummer um Versionen von Peter Maffay, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg ergänzt.

Herrlich auch die Kochnummer, die in einem Kohlkopf-Massaker endet. Genau darin liegt die Stärke von Otto Waalkes: das chaotisch-kindliche Spiel, die pure Freude, die man ihm auch nach über drei Jahrzehnten auf der Bühne stets anmerkt.

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