Die Sportler haben am frühen Sonntag den Anstieg nach Hohenstaufen bewältigt und passieren nun den Ort. Unterwegs liegen noch viele Höhenmeter vor ihnen. Foto:  

Wegen der Hitze sprangen einige ab, dennoch wagten sich am Sonntag 2250 Teilnehmer an den Start. Weil die Tour mit Nachwuchsproblemen kämpft, haben sich die Veranstalter etwas einfallen lassen.

Ottenbach - Radfahrer, überall Radfahrer, mag sich mancher Autofahrer, der am Sonntag rund um Ottenbach und die Drei-Kaiserberge unterwegs war, erschrocken gedacht haben. Bis ihm dann dämmerte: Natürlich, heute ist wieder Alb extrem. Trotz der enormen Hitze sind 2250 Teilnehmer gestartet, 400 sprangen vorsichtshalber ab.

Die Veranstalter vom MRSC Ottenbach hatten die Sportler eindringlich gebeten, sich zu überlegen, ob ihre Kondition für die Tour reichen würde. Alb extrem hat aber noch ein anderes Problem als die Hitze: Es fehlt an Nachwuchssportlern.

Die Tour ist bekannt für ihre strapaziösen Strecken

Die Tour hat ihren Namen nicht von ungefähr: Sie ist bekannt für ihre strapaziösen Strecken, auf denen immer wieder steile Anstiege am Albrand bewältigt werden müssen. Die Devise heißt: Dabeisein ist alles – das Ziel ist, die Tour zu bestehen. Ein Rennen mit anschließender Siegerehrung ist Alb extrem nicht – zumal die Radler im ganz normalen Straßenverkehr unterwegs sind.

Die Königsdisziplin, der Traufkönig-Ultramarathon führte in diesem Jahr über 309 Kilometer bis nach Bad Urach. 6000 Höhenmeter waren zu bewältigen. „Das schaffen jedes Jahr nur ein paar wenige, diesmal sind etwa 150 Leute auf dieser Tour gestartet“, berichtet Wolfgang Liebl, der stellvertretende Vorsitzende des MRSC. Umso begehrter seien die Medaillen, die allein für diejenigen reserviert seien, die den Ultramarathon tatsächlich bewältigt hätten.

Transponder melden, wo die Radler entlang fahren

Die fast ebenso begehrten Teilnehmer-Trikots und Urkunden bekommt hingegen jeder Teilnehmer, der eine der fünf möglichen Routen geschafft hat. „Die sind so bekannt, wir haben sogar schon Leute im Himalaja mit Alb-Extrem-Shirts getroffen“, erzählt Wolfgang Liebl lachend. Tatsächlich seien jedes Jahr nicht nur Sportler aus der Region, sondern aus ganz Europa dabei. Sogar aus Australien seien diesmal Sportler angereist.

Damit die Teilnehmer auf der Jagd nach Trikots und Trophäen nicht schummeln, sondern tatsächlich auch ihre komplette Strecke absolvieren, werden die Sportler alle mit Transpondern ausgestattet. Versteckte Streckenposten übertragen ihr Signal von unterwegs an die Zentrale im Festzelt in Ottenbach, wo Helfer vom MRSC an Laptops aufpassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Alb-Easy-Runde soll als neues Angebot etabliert werden

Trotz ihrer großen Bekanntheit ist die Veranstaltung in die Jahre gekommen. Seit zehn Jahren sinkt die Zahl von einst stabilen 3500 Teilnehmern jährlich kontinuierlich. Die Veranstalter versuchen deshalb mit neuen Angeboten gegenzusteuern. Mit der neuen Alb-Easy-Runde versuchen sie neue Interessenten zu erreichen, die das Radfahren etwas gemächlicher angehen lassen – wobei die Strecke mit 81 Kilometer und 1500 Höhenmetern und teilweise steilen Anstiegen alles andere als eine Spazierfahrt war.

Der Plan scheint aufgegangen zu sein. Wie Liebl berichtet, sind am Sonntag zwischen 200 und 300 Teilnehmer auf der neuen Runde gestartet. Für die Helfer vom MRSC eine sehr gute Nachricht. „Damit hat sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht nur stabilisiert, sondern auch wieder etwas erhöht“, berichtet Liebl. Das Ziel sei, auch künftig nicht unter 2000 Teilnehmer zu kommen, denn sonst könne man die Veranstaltung trotz der 400 Helfer vom Verein und aus dem Ort nicht mehr wirtschaftlich machen.

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