Die Moderatorin Maybrit Illner spricht mit ihren Gästen über Flüchtlingspolitik. Foto: dpa/Archiv

Der Ostfilderner Christian Snurawa ist an diesem Donnerstag zu Gast in der ZDF-Sendung der Moderatorin Maybrit Illner. Snurawa übt Kritik an einem geplanten Flüchtlingsheim im Stadtteil Scharnhauser Park.

Ostfildern - Die geplante, von Anwohnern kritisierte Flüchtlingsunterkunft im Ostfilderner Stadtteil Scharnhauser Park wird an diesem Donnerstag ein Thema im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) sein. Christian Snurawa, der in der Nachbarschaft zu den Holzwiesen lebt, bekommt in der Livesendung Maybrit Illner Spezial mit dem Thema „Streitpunkt Flüchtlinge – drei Wahlen, ein Thema“ (Sendetermin 22.15Uhr) die Gelegenheit, seine Sicht der Dinge kundzutun. Ein Kamerateam hat bereits vor Ort gedreht und unter anderem den Ersten Bürgermeister Rainer Lechner befragt.

Fragen an Politik und Polizei

Ein Sprecher des ZDF erklärte auf Nachfrage, der vom Sender als „Familienvater aus Baden-Württemberg“ angekündigte Snurawa sei unter besorgten Bürgern ausgewählt worden, die zum Thema Flüchtlinge Fragen an die Politik und die Polizei hätten und „mit der Informationspolitik nicht zufrieden“ seien. Neben Snurawa sind weitere zwölf Gäste eingeladen, darunter die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl (CDU) und die AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry.

Snurawa, der sich unserer Zeitung gegenüber nicht äußern will, ist einer der Initiatoren der Interessengemeinschaft Holzwiesenanwohner (IGH), die sich gegen den geplanten Bau dieser Flüchtlingsunterkunft in der unmittelbaren Nachbarschaft wehrt. Im vergangenen Oktober hatte Snurawa einen Brief an den Landrat Heinz Eininger und den Oberbürgermeister Christof Bolay im Namen der IGH unterzeichnet. In diesem kündigten Anwohner an, gegen das aus ihrer Sicht nicht vertretbare Vorhaben „mit sämtlichen zur Verfügung stehenden rechtlichen Instrumente und mit allen Mitteln bürgerschaftlichen Protests“ vorzugehen.

Unter anderem erachten sie den Bau als städteplanerisch unverträglich. Zudem passe eine Flüchtlingsunterkunft mit voraussichtlich rund 100 vorwiegend jungen Männern nicht in den als kinder- und familienfreundlich konzipierten Stadtteil. Desweiteren befürchten sie sei eine Zunahme von Kriminalität und Lärm. Die Sicherheit und der Brandschutz an der neben einem Holzheizkraftwerk geplanten Einrichtung seien außerdem nicht zu gewährleisten. Die Initiative fühlt sich vom Landkreis und von der Stadt nur unzureichend informiert.

Bürgermeister über Frage verwundert

Der Erste Bürgermeister Rainer Lechner ist schon gespannt darauf, was aus seinen Antworten für den Sendebeitrag zusammengeschnitten werde und „ob das im Zusammenhang dann passt“. Verwundert habe ihn die Frage, weshalb die Stadt Ostfildern dagegen sei, dort Flüchtlingsfamilien einzuquartieren. Denn das stimme überhaupt nicht. Im Gegenteil, liebend gerne sähe es die Stadtverwaltung, wenn dort Familien einzögen, was von der Gebäudestruktur her ohne Weiteres möglich sei.

Aber auf die Zuweisungen habe die Stadt keinen Einfluss, zudem könne man heute noch nicht sagen, wie sich die Situation beim Bezug der Unterkunft darstelle. Diese soll dem Landratsamt Esslingen zufolge möglicherweise noch in diesem Jahr gebaut werden. Wie die konkrete Fragestellung in der ZDF-Sendung sei, wisse er nicht, erklärt Rainer Lechner. Was ihn erstaunt habe, sei, „dass für das Fernsehen eine Einzelmeinung so interessant ist“. Das Illner-Redaktionsteam hatte sowohl die Stadt als auch den Landkreis Esslingen um eine Stellungnahme angefragt. Daraufhin hatten sich das Landratsamt und die Verwaltung darauf geeinigt, dass Rainer Lechner Rede und Antwort stehen solle.

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