Senioren sollen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Foto: dpa

Der Ostfilderner Gemeinderat beschließt, am Landesideenwettbewerb „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten.“ teilzunehmen. Das Gremium glaubt, das städtische Konzept zur Altenhilfeplanung habe gute Chancen auf den Gewinn des Preisgelds.

Ostfildern - Gemeinhin ist es so, dass kommunal getragene soziale Projekte Kosten verursachen, aber kein Geld einbringen. Doch die Stadt Ostfildern hofft, für ihre Altenhilfeplanung in den Stadtteilen Parksiedlung und Nellingen mit 100 000 Euro vom Land belohnt zu werden. Möglich machen soll das die Teilnahme an einem vom baden-württembergischen Sozialministerium ausgelobten Ideenwettbewerb mit dem Titel „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten.“. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Bewerbung einzureichen.

„Eine solche Chance sollten wir ergreifen“, sagte der Erste Bürgermeister Rainer Lechner und signalisierte damit sogleich seine Hoffnung auf Erfolg. Denn die beiden bereits 2015 und 2016 eingeläuteten Quartiersentwicklungsprozesse „Soziale Stadt“ in Nellingen sowie „Wir in der Parksiedlung“ (Wips) wiesen genau jene Bausteine auf, die der Ideenwettbewerb verpflichtend voraussetzt, ist Tanja Eicher, die Leiterin der Abteilung Kultur und Bewegung, sicher. Beispielsweise liege der Fokus auf der Zielgruppe ältere Menschen und das Thema „Pflege und Unterstützung im Alter“ werde ebenso berücksichtigt wie die Beteiligung der in dem Quartier lebenden Menschen am Entwicklungsprozess und an der Gestaltung ihres Umfelds. Es fehle nur noch ein die Teilnahme befürwortender Beschluss.

Auf alle Stadtteile übertragbar

Die beiden Projekte in Nellingen und in der Parksiedlung sind eingebettet in den integrierten Stadtentwicklungsplan „Gutes Älterwerden in den Stadtteilen Ostfilderns“. Der von Fachkräften und Mitgliedern des Gremiums „Altenhilfeplanung“ erarbeitete Rahmenplan reicht Eicher zufolge bis ins Jahr 2030. Handlungsbedarf bestehe allemal, denn beispielsweise steigt in Nellingen laut einer Prognose die Zahl der 85- bis 94-Jährigen in den kommenden 15 Jahren mit 123 Prozent außerordentlich stark. Beide Prozesse – in der Parksiedlung und in Nellingen – sind laut der Stadtverwaltung so angelegt, dass sie auf die anderen Stadtteile übertragen werden können.

Insgesamt schüttet das Ministerium 2,5 Millionen Euro Preisgeld für entsprechende Konzeptionen aus, maximal aber 100 000 Euro pro Projekt. Das Geld kann für Personal- oder Sachkosten sowie für die Umsetzung von Maßnahmen verwendet werden. Die Stadt Ostfildern könnte damit die Stelle der Wips-Projektleiterin Beatrice Vermeij-Böhm weiter finanzieren. Tanja Eicher erachtet die Chancen, bei der Ausschüttung zum Zug zu kommen, als recht gut. „Wir erhoffen uns eine Goutierung unserer vorausschauenden Planung“, sagte sie in der jüngsten Ratssitzung.

Fraktionen glauben an den Erfolg

Die Sprecher aller Gemeinderatsfraktionen waren ebenfalls angetan von der Aussicht auf eine finanzielle Anerkennung. Die Chancen dafür „sind sehr groß“, glaubt Margarete Schick-Häberle von den Grünen. Der Ideenwettbewerb komme „exakt zur richtigen Zeit, um den angefangenen Prozess fortzusetzen“, befand Stefanie Sekler-Dengler (SPD). Zudem waren Joachim Dinkelacker (Freie Wähler) und Margitta Sachs (CDU) froh, dass das Preisgeld nicht an eine Co-Finanzierung durch die Stadt geknüpft sei und somit keine Folgekosten nach sich ziehe.

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