Panorama von Ostfildern auf Stuttgart. Am Rande der Ostfilderner Parksiedlung verläuft der neue Panoramaweg hoch über dem Neckartal. Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Am Rande der Ostfilderner Parksiedlung, hoch über dem Neckartal, den Blick in die Weite schweifen lassen und dabei auf einem eigens dafür angelegten Weg dahinschlendern – dieser Wunsch wird nun erfüllt.

Ostfildern - Der Gemeinderat von Ostfildern hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Arbeiten für diesen Panoramaweg zu vergeben. Gut 324 000 Euro kostet das Vorhaben. Doch muss die Stadt Ostfildern diese Kosten nicht alleine tragen, denn der Verband Region Stuttgart hat bereits zugesagt, die Hälfte davon zu finanzieren, maximal aber 170 000 Euro.

Die Wolfschlugener Garten- und Landschaftsbaufirma Ralf Maier hat den Zuschlag für die erforderlichen Maßnahmen erhalten und wird laut einer Vorlage der Stadtverwaltung von Mai bis Oktober den Weg anlegen. Der hat eine Gesamtlänge von gut einem Kilometer und soll in zwei Abschnitten ausgebaut werden.

Die Verwaltung schlägt eine Wegbreite von 2,50 Metern vor – breit genug für kleinere Versorgungsfahrzeuge und die gefahrlose Begegnung von Radfahrern und Fußgängern.

Abstriche zur ursprünglichen Planung

Ursprünglich war mit Kosten von rund 318 000 Euro gerechnet worden. Doch haben laut Thomas Andler vom Ostfilderner Freiflächenmanagement Schichtwasser und Knollenmergel einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Die geologischen Ge­gebenheiten erforderten eine zusätzliche Dränage entlang des Wegs und eine Stabilisierung des Untergrunds.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, wurden Abstriche zur ursprünglichen Planung vorgenommen. Beispielsweise wird auf eine Einfassung Richtung Tal sowie auf einige Sitzbänke verzichtet. Nicht aber auf eine Anbindung des Panoramawegs an den zentral in der Parksiedlung gelegenen Herzog-Philipp-Platz. Auch diese sollte dem Rotstift zum Opfer fallen.

Doch der Technikausschuss hatte sich für diesen Weg ausgesprochen und die dafür veranschlagten Kosten von etwa 15 000 Euro in Kauf genommen.

"Ausblick sucht seinesgleichen“

Die Gemeinderäte waren schon im Herbst 2013 von der Idee eines Panoramawegs sehr angetan. Der herrliche und zugleich umfassende Ausblick, den dieser biete, „sucht seinesgleichen“, schwärmte beispielsweise der SPD-Stadtrat Frank Distel. Und seine CDU-Kollegin Catherine Rothlübbers betonte in der jüngsten Sitzung des Gremiums, diese infrastrukturelle Maßnahme sei „ein großer Gewinn“ für die Bürger der Stadt Ostfildern.

Neu ist das Thema aber auch vor eineinhalb Jahren nicht gewesen, denn „Ideen zur Erschließung dieses landschaftlich herausragenden Bereichs für Erholungssuchende existieren seit Jahrzehnten“, hieß es in der damaligen Sitzungsvorlage für die Räte. Im Zuge des Bebauungsplans „Parksiedlung-Mitte“ und des im Auftrag des Kommunalen Arbeitskreises Filder (KAF) entworfenen Rahmenkonzepts für den Landschaftsraum Filder hat man sie wieder aufleben lassen.

Landschaftsparkprojekt läuft seit zehn Jahren

In dem Konzept wird der Panoramaweg gar als „bedeutsame Maßnahme zur Erschließung des Landschaftsraums sowie zur Erlebbarkeit von Natur und Landschaft, aber auch von historischen Gegebenheiten“ erachtet.

Das Landschaftsparkprojekt Region Stuttgart läuft seit fast zehn Jahren. Es umfasst mittlerweile fast 150 Maßnahmen und will die Region sowie die Natur gemeinsam mit den Kommunen vor Ort für die Bürger erlebbar machen – dazu gehören neue Radwege, besondere Wegverbindungen und naturnahe Freizeitanlagen.

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