Das Schulgebäude ist abgerissen, im Herbst 2019 sollen auf dem Gelände an der Hedelfinger Straße im Stadtteil Ruit die ersten Mieter einziehen. Foto: Horst Rudel

Das Siedlungswerk baut vom kommenden Herbst an im Stadtteil Ruit drei Gebäude mit insgesamt 35 Einheiten. Davon sind 24 gefördert und elf frei finanziert. Ein Gemeinschaftsraum und ein Innenhof sollen eine Möglichkeit zur Begegnung bieten.

Ostfildern - Wo einst die Grundschüler von Ostfildern-Ruit unterrichtet wurden, entsteht vom kommenden Herbst an bezahlbarer Wohnraum. Auf dem Areal der ehemaligen Schillerschule baut das St uttgarter Siedlungswerk drei Gebäude mit insgesamt 35 Wohnungen. In denen sollen später Menschen ungeachtet ihres Einkommens zusammen leben. Der Investor hatte sich mit dem Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Reichl, Sassenscheidt und Partner in einem Wettbewerb durchgesetzt. Am Dienstag haben das Siedlungswerk und die Stadt die Pläne für das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 8,5 Millionen Euro vorgestellt.

Noch vor Weihnachten sind mit dem Abriss des zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzten Schulgebäudes und dem Vertragsabschluss zwischen der Stadt und dem Siedlungswerk die letzten Weichen für das Projekt gestellt worden. Die Bebauung greift laut dem Oberbürgermeister Christof Bolay eines „der Topthemen“ auf, mit denen sich die Lokalpolitik zurzeit befasse. Nämlich jenem, wie in den Städten und Gemeinden bezahlbarer Wohnraum auch für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen geschaffen werden kann.

Sozial und städtebaulich überzeugend

Der Ostfilderner Baubürgermeisterin Monika Bader zufolge gelingt das mit den 35 Einheiten, von denen 24 als geförderte und elf als frei finanzierte Mietwohnungen gebaut werden. Doch das sei nicht der einzige Punkt, der die mit internen und externen Experten besetzte Jury von diesem Entwurf überzeugt habe. Denn auch städtebaulich und architektonisch hätten das Siedlungswerk und das Planungsbüro das von der Stadt vorgegebene Konzept nach Ansicht der Preisrichter gut umgesetzt.

In diesem Zusammenhang betont der Architekt Joachim Sassenscheidt, beim Entwurf streng nach dem Prinzip „zuerst die Stadt, dann das Gebäude“ vorgegangen zu sein. Entsprechend harmonisch fügten sich die drei Flachdachgebäude mit ihren jeweils drei Geschossen und einem geteilten Dachgeschoss in die umliegende Bebauung ein. Es sei zudem erreicht worden, trotz knapper Grundrisse einen hohen Wohnwert auf kleiner Fläche anzubieten.

Norbert Tobisch, der Siedlungswerk-Geschäftsführer, wirbt ebenfalls für die hohe Ausstattungsqualität der Wohnungen, die für alle 35 Einheiten gleichermaßen zum Maßstab genommen werde. Die soziale Ausrichtung habe eine große Rolle bei der Planung gespielt, aber ebenso auch eine ökologische und energetische Bauweise.

Innenhof mit Mietergärten

In dem Komplex würden unterschiedliche Gruppen zusammengeführt, am Klingelschild sei nicht zu sehen, ob die Bewohner in einer geförderten oder frei finanzierten Wohnung lebten, sagt Alexander Kentsch, der Prokurist des Siedlungswerks. Er betont, dass heutzutage schon Menschen mit mittlerem Einkommen – etwa der Beamte im mittleren Dienst und seine als Verkäuferin arbeitende Frau – mit einem Wohnberechtigungsschein unterstützt würden. Damit liege die Miete dann 33 Prozent unter den üblichen Preisen – im Fall von Ostfildern belaufen sich diese in einem Neubau durchschnittlich bereits auf zehn bis elf Euro pro Quadratmeter.

Das Zusammenleben in guter Nachbarschaft werde zudem durch einen Gemeinschaftsraum und den Innenhof mit einem Spielplatz und Mietergärten gefördert. Außerdem sollen zwei inklusive Wohngruppen für Menschen mit und ohne Behinderung integriert werden. Wer letztlich voraussichtlich vom Herbst 2019 an in die geförderten Wohnungen einziehen wird, bestimmt die Stadtverwaltung. Sie hat sich mit dem Siedlungswerk auf ein 30 Jahre dauerndes Belegungsrecht verständigt.

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