Blick auf den Petersplatz in Rom: Hier wird Papst Franziskus am Ostersonntag den Gläubigen den Segen Urbi et Orbi spenden. Wie hier bei seiner Amtseinführung vor fünf Jahren. Foto: epd

Christen in aller Welt feiern Ostern. Vor allem in Rom ist in diesen Tagen einiges geboten. Das Highlight ist die Ostermesse mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz, bei der er auch den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ spendet. Blumen aus Holland spielen dabei eine besondere Rolle.

Rom - Vielen Dank für die Blumen.“ Dieser Satz löst nicht nur bei den meisten einen stundenlangen Udo-Jürgens-Ohrwurm aus. Er hallt auch jeden Ostersonntag über den Petersplatz in Rom. Auch in diesem Jahr wird sich Papst Franziskus am Ende der Osterfeierlichkeiten am Sonntag wieder für den Blumenschmuck bedanken, der traditionell den Platz vor dem Petersdom und den Papstbalkon ziert. Der päpstliche Dank geht an die niederländischen Blumen- und Pflanzenhändler. Denn auch wenn die Niederländer traditionell eher protestantisch geprägt sind: Das Schmücken des Petersplatzes hat sich nach einer Reise von Papst Johannes Paul II. in das Land der Tulpen im Jahr 1985 zu einer schönen Tradition entwickelt. Und für die holländischen Blumenhändler zu einer unbezahlbaren Werbeplattform.

Ostern hat in Rom einen besonderen Stellenwert, nicht nur für die Katholiken. Für die Hoteliers zum Beispiel ist Ostern wie Weihnachten. Zu keiner Zeit im Jahr sind so viele Besucher in der italienischen Hauptstadt – Tendenz steigend. In dieser Osterwoche werden 4,6 Prozent mehr Touristen erwartet als noch im vergangenen Jahr: Laut Berechnungen der Stadt und der Tourismusbehörde für Rom und die Region Lazio werden 921 000 Besucher in der Ewigen Stadt erwartet.

Hohe Alarmstufe zu Ostern

„Rom ist am Ostermorgen ganz und gar Weltstadt“, sagt Annette Schavan, die deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl zu der besonderen Stimmung in der italienischen Hauptstadt in diesen Tagen: „Die Stadt strahlt und wartet auf ‚urbi et orbi‘.“ Am Ostersonntag spricht Papst Franziskus auf dem Petersplatz den traditionellen Segen, „der Stadt und dem Erdkreis“. Die Messe wird weltweit live im Fernsehen übertragen.

Begleitet werden die Feierlichkeiten auch in diesem Jahr von strengen Sicherheitsvorkehrungen. In Italien herrscht derzeit die Terrorwarnstufe zwei. Vor allem bei Großereignissen wie dem Osterfest sind die Sicherheitskräfte in erhöhter Alarmbereitschaft. Nicht nur die Messe am Ostersonntag auf dem Petersplatz gilt es zu schützen: Wie jedes Jahr verfolgten Zehntausende Besucher am Abend des Karfreitags mit Kerzen und Fackeln den Kreuzweg am Kolosseum, mit dem des Leidenswegs Jesu gedacht wird. 14 Stationen werden mit einem Kreuz abgeschritten. Auch Franziskus nimmt an dem Kreuzweg teil, wie er und seine Vorgänger es seit 1964 tun. Der Text der Meditation der Via Crucis wurde diesmal von Schülern und Studenten aus Rom verfasst.

Die Blumen landen später in den Gärten des Vatikans

Aber auch Nichtgläubige dürften Gefallen an Ostern in Rom finden. Denn Italien wäre nicht Italien, gäbe es nicht auch zu Ostern eine spezielle kulinarische Tradition. Was der Panettone für Weihnachten ist, ist die Colomba Pasquale für Ostern. Der Kuchen in Form einer Taube mit gespreizten Flügeln wird aus einem Weizen-Sauerteig hergestellt; Nüsse, Orangeat und Zitronat bewirken den typischen Geschmack. „Wie auch immer Menschen zum Christentum stehen, am Ostermorgen wird spürbar, dass eine Botschaft der Hoffnung die Welt erreicht und durchdringt“, sagt Botschafterin Schavan. Genau das will Paul Deckers, der Verantwortliche für den Blumenschmuck am Petersplatz, mit seinem diesjährigen Arrangement verdeutlichen. Auf der Plattform des Papstes werden grüne Cymbidien aus der Familie der Orchidee verwendet: „Grün ist die Farbe der Hoffnung, sie ist kräftig und strahlt Ruhe und Frieden aus.“ Die insgesamt 40 000 Zwiebelblumen, Tausende Avalanche-Rosen, Rittersporn und Lilien werden wenige Tage nach Ostern in die vatikanischen Gärten verpflanzt. Der Papst dankt.

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