Osmanen-Chef Mehmet Bagci (Mitte) an einem Prozesstag im Stammheim Gerichtssaal. Der selbsternannte Weltpräsident bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Foto: Lichtgut

In Stuttgart war der Haftbefehl gegen den früheren Weltpräsidenten der rockerähnlichen Gruppe außer Vollzug gesetzt worden. Darmstädter Richter entschieden jetzt: Bagci bleibt in Haft.

Stuttgart - Der Ex-Welt-Chef der rockerähnlichen Gruppe „Osmanen Germania Boxclub“, Mehmet Bagci, bleibt in Untersuchungshaft. Das entschied vergangenen Freitag ein Richter des Darmstädter Landgerichts bei einem Haftprüfungstermin in der hessischen Stadt. Bagci war dazu eigens mit einem Hubschrauber von der Justizvollzugsanstalt Stammheim nach Hessen geflogen worden.

Aktuell wird gegen Bagci vor dem Landgericht Stuttgart wegen Anstiftung zur Falschaussage und räuberischer Erpressung verhandelt. Das Verfahren ist bis zum Mai kommenden Jahres terminiert. Mitte Juli hatten die Stuttgarter Richter im Rahmen eines rechtlichen Hinweises, quasi einer Urteilsprognose, ihren Haftbefehl gegen Bagci außer Vollzug gesetzt. Wenige Tage zuvor jedoch war in Darmstadt ein weiterer Haftbefehl gegen ihn erlassen worden.

Dort ist Bagci wegen schweren Bandendiebstahls angeklagt. Gemeinsam mit acht Mitangeklagten soll er Euro-Paletten gestohlen und verkauft haben. Dadurch sei ein Schaden in Höhe von etwa 80.000 Euro entstanden, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Der Darmstädter Richter sieht die Gefahr, Bagci könne Deutschland verlassen und sich so dem Verfahren entziehen. Im diesem Verfahren droht Bagci eine Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Bagci ist deutscher Staatsbürger. Er hat – anders als von Medien behauptet – keine türkische Staatsbürgerschaft.

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