Im Oskar-Frech-Bad gab es am Dienstagmorgen einen Polizeieinsatz (Archivbild). Foto: Gottfried Stoppel

Ein Unbefugter dringt am Dienstagmorgen ins Oskar-Frech-Bad ein und verletzt eine Mitarbeiterin. Eine Lehrerin, die mit ihrer Schulklasse vor Ort ist, reagiert besonnen.

Bei einem Vorfall im Schorndorfer Oskar-Frech-Schwimmbad (Rems-Murr-Kreis) ist am Dienstagmorgen eine Frau leicht verletzt und eine Schulklasse in Angst versetzt worden. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen auf Nachfrage bestätigt, drang gegen 7.40 Uhr ein Unbefugter auf das Gelände des Schwimmbads ein.

 

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auch rund 15 Schüler einer sechsten Klasse des Schorndorfer Max-Planck-Gymnasiums in dem Bad, um am Schwimmunterricht teilzunehmen. Die Schulleiterin Carmen Nasse teilte dies in einem Informationsschreiben an Schüler, Eltern und Lehrer mit. Offenbar hatte der 41 Jahre alte Mann sich ohne Eintrittskarte und außerhalb der öffentlichen Öffnungszeiten Zutritt zu dem Bad verschafft.

Der Unbefugte verletzt eine Mitarbeiterin des Oskar-Frech-Bads

Laut eines Pressesprechers der Polizei Aalen reagierte der Mann aggressiv, als eine Mitarbeiterin des Bads ihn darauf ansprach, und trat ihr gegen das Bein. Die Frau stürzte und verletzte sich leicht. Informationen unserer Zeitung, wonach die Mitarbeiterin ins Wasser gestürzt sein soll, konnte der Polizeisprecher zunächst nicht bestätigen.

Das Oskar-Frech-Bad besteht aus einem Hallenbad und einem Seebad im Freien. Foto: Gottfried Stoppel

Die Schulleiterin erklärt, eine Lehrerin habe die Schulklasse umgehend in die Umkleide geführt. „Somit hat zu keiner Zeit Gefahr für die Schüler bestanden“, betont Nasse. Nach Informationen unserer Redaktion harrte die Schulklasse eine Weile in der Umkleide aus, während der Mann, der eine Tasche bei sich gehabt haben soll, im Bad unterwegs war. Laut der Polizei befanden sich in der Tasche keine gefährlichen Gegenstände, statt dessen soll der Mann Schwimmsachen dabei gehabt haben.

Die Polizei traf bald darauf ein und konnte den Mann außerhalb des Freibads stellen. „Er verhielt sich apathisch und wollte sich nicht ausweisen“, so der Polizeisprecher. Er habe auch versucht, davonzulaufen. Unter „Anwendung einfacher körperlicher Gewalt“ sei er von den Beamten festgehalten und dann in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden. Er muss jetzt mit mehreren Anzeigen rechnen.

Leiterin des Max-Planck-Gymnasiums lobt Lehrerin

Der Bäderleiter Jörg Bay wollte sich auf Anfrage zu dem Vorfall nicht äußern. „Wir müssen Rücksicht auf unsere Mitarbeiter nehmen“, sagte er als Begründung.

Die Schulleiterin lobte das besonnene und mutige Verhalten der Lehrerin, der ihr ausdrücklicher Dank gelte. Das Regierungspräsidium und die schulpsychologische Beratungsstelle seien informiert, um die betroffenen Schüler gegebenenfalls zu betreuen. „So etwas ist immer unangenehm, und für die Kollegin und Schüler war das schon traumatisch. Man weiß ja nie, was sich aus so einer Lage entwickeln könnte“, so Nasse. Fest stehe aber auch, dass sich die Aktion des Mannes nicht gezielt gegen die Klasse oder Einzelpersonen gerichtet habe.